Zecken – gefährliche Virusüberträger von FSME und Borreliose

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Foto: iStock/AscentXmedia

Die Zecke – darunter die gefährlichste deutsche Art: der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) – ist Virusträger von Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Alle Infos zur Prävention und Risikogebieten findest du hier.

Wo leben Zecken? Fallen sie wirklich von Bäumen?

Es gibt um die 900 Zeckenarten weltweit – davon in Deutschland 15 Gattungen. Sie fühlen sich bei ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit und angenehmen Temperaturen am wohlsten. Alle Zecken haben eine Gemeinsamkeit: Sie benötigen im Laufe ihres Lebens drei Blutmahlzeiten. Sie sind sowohl auf dem Land als auch im Wald und in den Städten zu finden. Zecken benötigen nicht viel Lebensraum für sich – du kannst sie sogar auf kleinen Grünstreifen entlang der Straße erblicken.

Lassen sich Zecken von Bäumen fallen? Diese Annahme ist falsch: Sie halten sich bevorzugt in bodennaher Vegetation auf – beispielsweise Gräsern oder Büschen in einer Höhe von 30 bis etwa 60 Zentimetern.

Für jedes Entwicklungsstadium und die Fortpflanzung benötigen Zecken eine Mahlzeit. Diese Stadien bestehen aus drei Stufen Larve, Nymphe und erwachsene Zecke. Wenn sie eine geeignete Körperstelle auf ihrem Wirt gefunden hat, gräbt sie ihr Mundwerkzeug tief in die Haut ein und saugt das austretende Blut direkt in ihren Darm. Der Stich selbst wird von den Betroffenen oftmals spät bemerkt, denn die Zecke verabreicht ein betäubendes Mittel, das das Schmerzempfinden unterdrückt.

Von einer kompletten Mahlzeit kann eine Zecke mehrere Jahre (falls nötig) zehren. Während des Saugvorganges kann sie zwei gefährliche Krankheiten übertragen: FSME und Borreliose. Zeckensaison ist je nach Witterung von Anfang April bis Ende Oktober. Falls es im März oder November noch warme Temperaturen herrschen, kann es zu vereinzelnden Zeckenstichen kommen. Ab einer Temperatur von etwa acht Grad Celsius sind sie aktiv.

FSME und Borreliose: Symptome und Behandlung

FSME ist eine Viruserkrankung, die vor allem die Hirnhäute und das zentrale Nervensystem angreift. Zuerst zeigen sich eher unspezifische grippeähnlichen Symptome, die sich bei etwa zehn Prozent der Erkrankten nach einer Latenzzeit zu einer Hirnhautentzündung entwickelt. Das Virus vermehrt sich im Gehirn sowie im Rückenmark und kann zu bleibenden neurologischen Ausfällen, Lähmungen sowie Schluck- und Sprechstörungen führen. In einigen Fällen verläuft die FSME sogar tödlich.

Das Virus kommt in Risikogebieten bei etwa ein bis fünf Prozent der Zecken vor und wird bei einem Stich sofort übertragen. Deshalb wird generell eine Impfung für die Personen empfohlen, die sich langfristig in den Endemiegebieten aufhalten. Im vergangenen Jahr gab es übrigens einen Höchststand von FSME-Erkrankungen in Deutschland. Die Begründung liegt höchstwahrscheinlich darin, dass sich viele Menschen aufgrund von Corona mehr in der Natur aufhielten.

Die Lyme-Borreliose wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöst. Ihre Übertragung dauert im Gegensatz zum FSME-auslösenden Virus einige Stunden, denn sie leben im Darm der Zecke. Die Erkrankung verläuft in drei Stadien: Sie beginnt sehr häufig mit einer ringförmigen Rötung (Erythema migrans, Wanderröte) rund um die Einstichstelle, deren Auftreten bis zu 28 Tage dauern kann. Gleichzeitig zeigen sich Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Fieber. Im zweiten Stadium kann es zu einer Gelenkentzündung kommen. Auch das Nervensystem oder Herz können von Entzündungen betroffen sein. Im dritten Stadium manifestiert sich die Borreliose an den Organen und verursacht bleibende Schäden wie chronische Gelenkentzündungen, Lähmungen, Herzprobleme, oder Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit. Je früher Antibiotika eingesetzt werden, umso seltener entwickeln sich chronische und irreversible gesundheitliche Beeinträchtigungen.

FSME-Risikogebiete in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht jährlich aktualisierte Karten, die die FSME-Risikogebiete ausweisen. Die betroffenen Gebiete innerhalb Deutschlands für das Jahr 2021 sind vorwiegend:

  • Bayern
  • Baden-Württemberg
  • Südhessen
  • Thüringen (südöstlich)
  • Sachsen

Einzelne Risikogebiete befinden sich in Mittelhessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und im Saarland. Doch auch wenn du im Norden wohnst, sollte Vorsicht walten, denn die Infektion mit Borreliose ist überall möglich.

Tipps zur Prävention und Zeckenentfernung

Du schützt dich bei Spaziergängen am besten mit geschlossener, langer und heller Kleidung, da eine mögliche Zecke darauf optimal sichtbar ist. Auch Repellentien helfen vor dem Stich der Spinnentiere. Sie enthalten entweder ätherische Öle (Bergamott- Nelken-, Teebaum- oder Zitronellöl), Zubereitungen aus Blättern des Zitroneneukalyptus (Citriodiol) oder chemische Stoffe wie Diethyltoluamid (DEET), Icaridin oder Ethylbutylacetyl­aminopropionat (EBAAT), die auf Zecken eine abschreckende Wirkung haben. Sprays solltest du nicht in Innenräumen verwenden, damit die Dämpfe nicht eingeatmet werden dürfen. Bei Lotionen achte darauf, die Hände nach der Anwendung gründlich zu waschen, damit du die Wirkstoffe nicht versehentlich in die Augen bekommst.

Nach dem Aufenthalt im Grünen ist es unbedingt nötig, den Körper auf Zecken zu untersuchen. Wichtig sind hier vor allem die Kniekehlen, der Bauch- sowie Brustbereich und Schritt. Bei Kindern sitzen die Zecken häufig am Kopf, dem Haaransatz und im Nacken.

Falls du trotz aller Präventionsmaßnahmen eine festgesaugte Zecke findest, solltest du schnell handeln. Mittels Zeckenkarte oder Zeckenzange packst du das Tier möglichst nah an der Haut. Versuche, ihren Körper nicht zu quetschen, damit sie keine Flüssigkeit in die Wunde abgibt. Dann ziehst du sie langsam und kontrolliert, nicht ruckartig und ohne Drehung aus der Haut. Auf diese Weise entfernst du sie am sichersten.

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