Wochenrückblick: Neues Multiple-Sklerose-Medikament, Raucherentwöhnung, CureVac und mehr

bg-image

Janssen bringt ein neues Medikament für Erwachsene mit Multiple Sklerose auf den Markt. Die Raucherentwöhnung soll von gesetzlichen Krankenkassen gezahlt werden. CVnCoV zeigt wenig Wirksamkeit. Mehr News im Wochenrückblick.

Weniger Geld für digitale Impfnachweise

Seit Anfang der Woche haben 10.000 Apotheken digitale Impfnachweise ausgestellt. Ab dem 1. Juli soll das Honorar für diese Dienstleistung deutlich gesenkt werden. Die 18 Euro pro Zertifikat werden vermutlich auf sechs Euro fallen, denn es gab auch seitens der Hausärzt:innen deutliche Kritik an der Höhe der Vergütung für die Apotheken.

Portalzugang und digitale Impfzertifikate für alle – DAV lenkt ein

Das Apothekenportal der DAV war exklusiv nur für DAV-Mitglieder zugänglich. Der MVDA wies die ABDA auf diese Ungerechtigkeiten bzw. Diskriminierung hin. Zusätzlich wurde sie seitens des Bundesministeriums ermahnt und auf rechtliche Schritte hingewiesen, falls der Zugang nicht allen Apotheken zur Erstellung digitaler Impfnachweise gewährt wird. Nun ist auch öffentlichen Apotheken, deren Inhaber:innen nicht teil des jeweiligen Apothekerverbandes sind, der Zugang möglich. Nichtmitglieder sollen ein Nutzungsentgelt von 200 Euro zahlen – für jede weitere Filiale 60 Euro. Der Account ist bis Ende Juni 2022 nutzbar.

Rückschlag bei CureVac

Der Corona-Impfstoff CVnCoV der Tübinger Firma CureVac zeigt nicht die erwünschte Wirkung. Laut den Zwischenergebnissen einer Studie liegt die Wirksamkeit bei 47 Prozent. Mit diesem Ergebnis erreicht der Impfstoff nicht die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien. Der Aktienkurs des Unternehmens stürzte nach der Veröffentlichung der Studienergebnisse um fast 50 Prozent ab. Dagegen gab der US-Hersteller Novavax bekannt, dass sein in der Entwicklung befindlicher Corona-Impfstoff auf Nanopartikel-Proteinbasis in einer Phase-III-Studie eine Gesamtwirksamkeit von 90,4 Prozent erreichte.

Ende der epidemischen Lage in Sicht?

Auch wenn der Bundestag am Freitag, den 11. Juni, einer Verlängerung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite bis Ende September zustimmte, in Nordrhein-Westfalen wird diese Entscheidung kritisiert: Der Landtag will die Corona-Sonderbefugnisse der Landesregierung ab dem 19. Juli 2021 auslaufen lassen.

Neues Medikament gegen Multiple Sklerose

Das Pharmaunternehmen Janssen hat mit Ponvory (Ponesimod) ein neues Medikament zur Behandlung erwachsener Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose auf den deutschen Markt gebracht. Es handelt sich um einen selektiven Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptor-1(S1P1)-Modulator mit geringer Halbwertszeit und ohne aktiven Metaboliten. Das Medikament muss einmal täglich eingenommen werden und soll neue Schübe sowie das Auftreten neuer fokaler entzündlicher Läsionen im zentralen Nervensystem verhindern.

Kassen sollen Raucherentwöhnung zahlen

Nikotin ist eine Droge und ein Nervengift – an keiner anderen Droge sterben mehr Menschen. Die Entwöhnung wird ab sofort besser organisiert. Der Deutsche Bundestag beschloss, dass gesetzlich Versicherte, bei denen „eine schwere Tabakabhängigkeit“ festgestellt wurde, Anspruch auf eine einmalige Versorgung mit Arzneimitteln zur Tabakentwöhnung bekommen sollen. Eine Folge-Versorgung mit den Präparaten kann frühestens drei Jahre später wieder möglich sein.

Dänischer Fußballer erleidet Herzstillstand

Die Reanimation des dänischen Fußballers Christian Eriksen vor laufender Kamera – während der aktuellen EM – hat Millionen Menschen schockiert. Doch wie kann das bei einem jungen und augenscheinlich gesunden Menschen passieren? Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) hat eine Antwort auf diese Frage: Angeborene Fehlverläufe von Herzkranzarterien, vorzeitige Verkalkung der Herzkranzgefäße oder eine Herzmuskelentzündung sind die häufigsten Ursachen für ein solches „sudden death“-Ereignis bei jungen Sportler:innen. Herzerkrankungen seien gerade bei dieser Altersgruppe häufig unerkannt. Eine Herzmuskelentzündung wird oft durch virale oder bakterielle Infekte ausgelöst. Daher warnt die DGK in ihrer aktuellen Pressmitteilung davor, nach einer vermeintlich überstandenen Infektion zu früh wieder mit dem Sport zu beginnen.

Kommentare zum Artikel (106)

Nur verifizierte Nutzer können die Kommentare sehen.

Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Nach Ostern sollen die ersten COVID-19-Impfungen in den Hausarzt-Praxen vorgenommen werden. Doch wie soll der Ablauf genau aussehen? Welche Details müssen die Arztpraxen und vor allem die Vor-Ort-Apotheke beachten?

Die STIKO empfiehlt das heterologe Impfschema. Die ABDA stellt Promotion-Material zum E-Rezept bereit. Weitere positive News zu den mRNA-Impfstoffen wurden veröffentlicht. Das und mehr findest du im heutigen Wochenrückblick.

Die Schweiz lässt jetzt in Apotheken impfen, Bayer muss die Produktion von Bayotensin einstellen und der digitale Impfausweis stellt Deutschland vor neue Herausforderungen – das und viel mehr im heutigen Wochenrückblick.

Corona-Bonus, Botendienstpauschale, Grippeimpfungen und mehr: Auch diese Woche haben wir für dich die wichtigsten Nachrichten und Informationen rund um die Apotheke zusammengestellt.

Die AMIRA-Box ist limitiert

Werde Community-Mitglied und sichere dir die nächste kostenlose AMIRA-Box.