Wochenrückblick: Impfstart steht fest, FFP2-Ausgabe & Metamizol

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Foto: iStock.com/Schutz- und Arbeitskleidung

Corona-Impfungen starten voraussichtlich am 27. Dezember. Kostenlose FFP2-Masken sind in den Apotheken erhältlich – und sorgen für Stress bei den Mitarbeitern. Bei Behandlung mit Metamizol können Leberschäden auftreten.

Kostenlose FFP2-Masken in Apotheken

Seit dem 15. Dezember verteilen die Apotheken vor Ort die von der Bundesregierung versprochenen kostenlosen FFP2-Masken an die berechtigte Personengruppe der über 60-Jährigen und die Risikopatienten. Trotz des Appells, diese nicht zum Stichtag in den Apotheken abzuholen, kam es überall zu langen Warteschlangen und Stress für die Apothekenangestellten. Die erste Tranche der Masken wird ausschließlich über die Apotheken vor Ort abgewickelt. Die zweite Tranche, die ab Januar per Bezugsschein ausgegeben wird, kann ebenfalls über die EU-Versender laufen.

Derweil können die Vor-Ort-Apotheken noch vor Weihnachten mit der Vergütung für die erste Masken-Abgabewelle rechnen. Pro Maske wird es laut dem zum Deutschen Apothekerverband gehörenden Nacht- und Notdienstfonds 2,825858034 Euro geben. Als Maßstab für die Höhe der Vergütung gilt die Anzahl der Rx-Packungen, die die jeweilige Apotheke im dritten Quartal dieses Jahres abgegeben hat.

Impfstart voraussichtlich am 27. Dezember

In Großbritannien und den USA kommt der Corona-Impfstoff von BioNTech und Pfizer schon längst zum Einsatz, nun soll es bald auch in Deutschland soweit sein. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA wird wahrscheinlich am 21. Dezember ihr Gutachten zum Vakzin bekanntgeben – acht Tage früher als ursprünglich geplant. Daher wird mit einer Zulassung vor Weihnachten gerechnet. Am 27. Dezember könnten die ersten Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft werden. Die Bundesländer stellen sich auf dieses Datum ein, das gab die zuständige Berliner Senatsverwaltung, die derzeit der Gesundheitsministerkonferenz vorsitzt, am Mittwoch bekannt.

Außerdem teilte die EMA diese Woche mit, dass sie sich schon am 6. Januar – und damit ebenfalls früher als zunächst geplant – über den von Moderna entwickelten Impfstoff beraten will. In beiden Fällen hatte es wegen der späten Daten laute Kritik an der Behörde gegeben. Alle Beteiligten hätten ihre Arbeit in den letzten Wochen aber so stark wie möglich beschleunigt, sodass die Termine vorgezogen werden konnten. „Wir sind uns unserer gewaltigen Verantwortung bewusst, einen Impfstoff so schnell wie irgend möglich auf den Markt zu bekommen, ohne dabei Abstriche bei der wissenschaftlichen Beurteilung zu machen“, so EMA-Chefin und Apothekerin Emer Cooke. Die EMA werde anders als sonst auch über die Weihnachtsfeiertage arbeiten.

Hinweise des BfArM zum Schutz vor COVID-19

Am 16. Dezember wurde eine neue Empfehlung des BfArM zur Verwendung von Mund-Nasen-Bedeckungen, medizinischen Gesichtsmasken und FFP-Masken veröffentlicht. Alles zum Thema der verschiedenen Typen, deren Schutzwirkung und korrekte Nutzung wird hier übersichtlich und einfach präsentiert. Zusätzliche Schaubilder können dir bei der Kundenberatung helfen.

Neuer ABDA-Vorstand gewählt

Der ABDA-Präsident Friedemann Schmidt wird seine Amtsgeschäfte im Januar 2021 an Gabriele Regina Overwiening abgeben, die am 9. Dezember offiziell als Nachfolgerin gewählt wurde. Die erste Frau an der ABDA-Spitze leitet die „Apotheke am Bahnhof“ in Reken und ist bereits Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. Vizepräsident bleibt weiterhin Mathias Arnold aus Halle, ebenfalls Vorsitzender des Landesapothekerverbands Sachsen-Anhalt. Vertreterin der angestellten Apotheker im ABDA-Vorstand ist Silke Laubscher, die Vizepräsidentin der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg. Der neugewählte ABDA-Vorstand tritt das Amt für vier Jahre an.

Rote-Hand-Brief zu metamizolhaltigen Arzneimitteln

Die Zulassungsinhaber*innen metamizolhaltiger Arzneimittel informieren in Abstimmung mit der EMA und dem BfArM mittels Rote-Hand-Brief über Fälle eines arzneimittelbedingten Leberschadens unter Behandlung mit Metamizol. Dieser Leberschaden wird als sehr selten eingeschätzt, die genaue Häufigkeit kann aber bislang nicht exakt berechnet werden. Patient*innen sollten daher in den Apotheken über Symptome, die auf eine Leberschädigung hindeuten können – wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Schwäche, Übelkeit, Erbrechen, Beschwerden im rechten Oberbauch, dunkler Urin, gelbe Haut oder Skleren – unterrichtet werden. Die Anwendung von Metamizol sollte beendet werden, sobald die genannten Symptome auftreten, und die betroffenen Personen sich umgehend an einen Arzt zur Überprüfung und Überwachung der Leberfunktion wenden. Patient*innen, bei denen unter der Behandlung mit Metamizol bereits ein Leberschaden aufgetreten ist, sollten nicht erneut Metamizol einnehmen. Die Fach- und Gebrauchsinformationen werden entsprechend aktualisiert.

Neue Grundlage zur Basiscreme DAC

Die Basiscreme DAC ist eine amphiphile Creme – sie kann sowohl Lipide als auch Wasser aufnehmen und ist somit eine beliebte Grundlage für viele verschiedene Wirkstoffe. Die Basiscreme DAC ist dabei allerdings relativ fest und hat einen hohen Lipidanteil, daher ist sie bei bestimmten Hauttypen und Indikationen ungeeignet. Zur Aknebehandlung gibt es in Verbindung mit Erythromycin eine Verdünnung der Basiscreme DAC mit Wasser und Propylenglycol (NRF-Vorschrift 11.77). Diese wasserreichere Variante wird immer öfter bei freien Rezepturen genutzt und ist mittlerweile als eigenständige DAC-Monographie beschrieben. Sie nennt sich "Verdünnte Basiscreme DAC" (B-021-1) und kann auch über die Großhändler vorgefertigt bezogen werden. Sie besteht aus 50 % Basiscreme, 10 % Propylenglycol und 40 % Wasser. Ihr pH-Wert liegt zwischen 4,0 und 5,0.

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