Wochenrückblick: Impfstart in den Hausarztpraxen, STIKO, Medikamente per Drohne

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Foto: iStock/sarawuth702

Die Hausärzt*innen sollen ab Dienstag das Impftempo deutlich erhöhen. Der Impfstoff von AstraZeneca hat weiterhin eine „schlechte Presse“. In Halle an der Saale hat ein Pilotprojekt zur Medikamentenlieferung begonnen.

Impfstart in den Hausarztpraxen

Mithilfe der Apotheken soll die Corona-Impfkampagne in den Hausarztpraxen nach Ostern beginnen – und zwar am 7. April. ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening hat am Donnerstag in der Bundespressekonferenz deutlich gemacht, dass sich die Patient*innen dabei auf die Apotheke vor Ort verlassen können. Sie sprach angesichts der pharmazeutisch anspruchsvollen COVID-19-Impfstoffe von einer besonderen Herausforderung. „Im Zusammenspiel mit dem Großhandel sorgen wir Apotheken vor Ort passgenau für die Beratung und Bestellung der Arztpraxen, die Rückmeldung der verfügbaren Impfmengen und für die pünktliche Lieferung in der Kühlkette mit entsprechender Dokumentation“, so die ABDA-Präsidentin. Die Apotheken in Deutschland stünden mit ihrer Expertise, ihrer Leistungsfähigkeit und ihrer Flexibilität dafür ein, dass der Corona-Impfstoff pünktlich in die Arztpraxen gelange.

Gemäß Verordnung erhalten die Apotheken für die Belieferung 6,58 Euro zuzüglich Umsatzsteuer je Vial. Die Forderung der ABDA, die Apotheken dosisbezogen zu bezahlen, fand kein Gehör. Dafür bekommen die Apotheken ihr Geld monatlich statt – wie bisher vorgesehen – quartalsweise. Welche Details die Arztpraxen und vor allem die Vor-Ort-Apotheke beachten müssen, kannst du im folgenden Artikel nachlesen. Übrigens: Privatärzt*innen, die Impfstoffe geordert haben, dürfen vorerst nicht von Apotheken beliefert werden.

Aufgrund des Impfstarts in den Hausarztpraxen hat die Bundesapothekerkammer außerdem den FAQ-Katalog rund um die Corona-Pandemie, den sie bereits im letzten Jahr u.a. für die Apothekenmitarbeiter*innen angelegt hatte, aktualisiert.

Keine Zweitimpfung mit AstraZeneca

Am Donnerstagabend hat die Ständige Impfkommission (STIKO) die vierte Version ihrer Empfehlung zur Covid-19-Impfung veröffentlicht. Unter anderem sollen demnach unter 60-Jährige, die bereits einmal mit der Vektorvakzine von AstraZeneca geimpft wurden, nun einen mRNA-Impfstoff für die Zweitimpfung bekommen. Und zwischen zwei mRNA-Impfungen sollen nun sechs Wochen liegen. Zudem wurde der neue Vektorimpfstoff von Janssen mit aufgenommen. Dieser soll in Deutschland ab Mitte April zur Verfügung stehen.

Während der kürzlich umbenannte Impfstoff von AstraZeneca weiterhin für Negativschlagzeilen sorgt, bestätigt jener von BioNTech/Pfizer seinen guten Ruf. Neue Daten bekräftigen nach Herstellerangaben die gute Wirkung von Tozinameran (Comirnaty). Die Daten stammten von mehr als 12.000 Probanden, die ihre zweite Impfung bereits vor September 2020 oder davor erhalten haben, wie das Unternehmen mitteilte. Von insgesamt 927 bestätigten symptomatischen COVID-19-Fällen seien 850 in der Placebogruppe und 77 in der COVID-19-Impfstoffgruppe aufgetreten. Die Wirksamkeit im Untersuchungszeitraum von sieben Tagen bis sechs Monaten liege nach der zweiten Impfdosis bei 91,3 Prozent. Einem schweren COVID-19-Verlauf beuge der Impfstoff sogar zu 100 Prozent vor.

Testpflicht in Betrieben

Seit Mitte März sind einige Bundesländer dazu übergegangen, Unternehmen dazu anzuhalten, ihren Mitarbeiter*innen Testmöglichkeiten anzubieten. Sachsen, Berlin und Brandenburg sind jetzt einen Schritt weitergegangen und haben daraus eine Pflicht gemacht. In diesen Ländern müssen auch die Apotheken ihrem Personal mindestens einmal pro Woche einen Schnell- oder Selbsttest ermöglichen. Es ist davon auszugehen, dass im Laufe der nächsten Wochen eine bundesweit einheitliche Testpflicht kommen wird.

Medikamente per Drohne

An der Universität Halle fiel am Mittwoch der Startschuss für die „Apotheken-Drohnen-App“. In einer zweijährigen Pilotphase soll getestet werden, wie gut Patient*innen in entlegenen Gebieten mit Medikamenten beliefert werden können. Das Besondere dabei: Die Lieferung kommt nicht mit dem Auto oder dem Fahrrad, sondern einer Drohne. Das Projekt geht auf einen Apotheker aus Dessau zurück. Gemeinsam mit Softwareentwicklern und Drohnenherstellern soll weiter geforscht werden. Dafür wird die Gruppe mit rund 680.000 Euro vom Bundesbildungsministerium gefördert. Auch an anderen Universitäten laufen bereits Pilotprojekte, bei denen es um Medikamentenlieferungen aus der Luft geht.

April, April: Zum Abschluss etwas zum Schmunzeln. Aprilscherze sind schnell gemacht, doch gelingen tun sie nicht immer, insbesondere im Apothekenkontext. Die Kolleg*innen von DAZ.online haben gezeigt, wie es gehen kann.

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