Wochenrückblick: dritte Corona-Dosis, Sachsen impft, Masken-Werbung

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Foto: iStock/jokuephotography

Laut Pfizer könnte es bald eine dritte Impfdosis gegen Covid-19 geben. Der Vaxzevria-Impfstoffwechsel bei unter 60-Jährigen ist offiziell. Sachsen liegt bei der Impfung von Apothekenpersonal vorne.

Dritte Dosis gegen Corona?

Die meisten zugelassenen Impfstoffe gegen das Coronavirus werden in zwei Dosen verabreicht. Doch das könnte sich bald ändern. Wie Pfizer-Chef Albert Bourla erklärte, könnte bald eine dritte Dosis vonnöten sein. Diese diene als Auffrischung und sei sechs bis zwölf Monate nach der zweiten Spritze zu verabreichen. Anschließend sei es wahrscheinlich, dass die Impfung jährlich nachgeholt werden müsse, sagte Bourla in einem Interview mit „CNBC“. Ob es tatsächlich so kommt, hänge auch von den Mutationen und weiteren Studien ab.

Impfstoffwechsel offiziell

In den letzten Wochen war es bereits im Gespräch, nun ist es offiziell: Unter 60-Jährige, die zur Erstimpfung Vaxzevria von AstraZeneca bekamen, werden die zweite Dosis mit einem anderen COVID-19-Impfstoff bekommen. Darauf einigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern. Hintergrund der Empfehlung sind Fälle von Hirnvenenthrombosen und anderen ungewöhnlichen Thrombosen nach einer Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff. Experten vermuten, dass das sehr geringe Risiko vor allem jüngere Menschen betrifft.

Impfangebot für nicht-testende Apotheker*innen in Sachsen

Rund jede*r fünft*e Bundesbürger*in hat laut Informationen des Robert-Koch-Instituts mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Jedes Bundesland ist mittlerweile dabei, die zweite Priorisierungsgruppe, wozu auch das testende Apothekenpersonal zählt, zu impfen. In Sachsen werden ab der kommenden Woche sehr wahrscheinlich auch Apotheker*innen, die nicht testen und daher zur dritten Gruppe zählen, ein Impfangebot erhalten. Details der Umsetzung und ein konkreter Termin würden derzeit noch vorbereitet. Zuletzt wurden zwar auch Rufe laut, angesichts des steigenden Impftempos die Priorisierungsgruppen aufzulösen, danach sieht es aber aktuell nicht aus. So müssen sich Apotheker*innen in den übrigen Bundesländern wohl noch einige Wochen in Geduld üben.

Arztpraxen dürfen sich Impfstoff aussuchen

Ab Dienstag (20.04.) werden Ärzt*innen erstmals selbst entscheiden können, wie viele Dosen welches COVID-19-Impfstoffs sie bestellen. Völlig frei sind die Praxen dabei allerdings nicht. Denn mehr als 30 Dosen Comirnaty und 50 Dosen Vaxzevria gibt es pro Mediziner*in vorerst nicht. Zuletzt hatte es auch in den Apotheken Probleme gegeben, weil viele Ärzt*innen nur den Impfstoff von BioNTech/Pfizer beziehen wollten. „Um möglichst viele Patienten impfen zu können, wird dringend empfohlen, beide Impfstoffe zu bestellen“, heißt es bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). BioNTech kündigte derweil an, dank weiterer Produktionskapazitäten bald weitere Impfdosen liefern zu können. Das dürfte sowohl in den Apotheken als auch in den Arztpraxen für Erleichterung sorgen. Bei der Abrechnung der Impfstoffe müssen sich die Apotheken allerdings noch gedulden. Der Apothekerverband Nordrhein rät den Apotheken, die COVID-19-Impfstoffrezepte noch nicht zu bedrucken. Es müssten noch einige Fragen geklärt werden. Die Apotheken sollen für jedes Vial, das sie bestellen und an die Arztpraxen ausliefern, 6,58 Euro erhalten.

Werbung mit Eigenbeteiligungsverzicht doch rechtens

Die FFP2-Maskenausgabe auf Staatskosten ist seit dieser Woche abgeschlossen, doch am Donnerstag gab es dazu noch eine Gerichtsentscheidung. Apotheken dürfen doch damit werben, dass sie die in der Schutzmaskenverordnung vorgesehene Eigenbeteiligung übernehmen.

Auf (Eil-)Antrag der Wettbewerbszentrale hatte das Landgericht Düsseldorf der Easy Apotheken Holding im Januar untersagt, für den Verzicht auf die Eigenbeteiligung von zwei Euro bei der Ausgabe von Maskensets an Risikogruppen zu werben. Nun ging das Verfahren in die zweite Instanz. Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied, dass es sich beim besagten § 6 der Schutzmaskenverordnung nicht um eine Marktverhaltensregelung im Sinne des Wettbewerbsrechts handele. Die Werbung sei rechtens gewesen.

Ausgangssperre verfassungsrechtlich vertretbar?

Die im neuen Infektionsschutzgesetz geplante nächtliche Ausgangsbeschränkung wird kontrovers diskutiert. Nun hat der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags Zweifel an der verfassungsrechtlichen Zulässigkeit einer solchen Maßnahme geäußert. Diese sei „kritisch zu bewerten“, heißt es in einem aktuellen Gutachten, das der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. „Ob sie einer abschließenden verfassungsgerichtlichen Prüfung standhielte, dürfte zweifelhaft sein“, heißt es darin weiter. In dem Gutachten wird außerdem kritisiert, dass die Änderung des Infektionsschutzgesetzes keine Ausnahmen für Geimpfte vorsieht. Diese müssten ergänzt werden. Verfassungsrechtler verträten „ganz überwiegend die Auffassung, dass Grundrechtseingriffe für Geimpfte grundsätzlich nicht mehr zu rechtfertigen sind“. Die Ausgangsbeschränkungen und weitere Maßnahmen sollen dem Gesetzentwurf zufolge automatisch greifen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen innerhalb von einer Woche über den Wert von 100 je 100 000 Einwohner steigt. Der Wissenschaftliche Dienst stellt auch die grundsätzliche Wirksamkeit einer Ausgangssperre infrage.

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