Wochenrückblick: Digitalisierung des Gesundheitswesens, Maskeneigenbeteiligung, Verschärfung der Maskenpflicht

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Foto: iStock/FG Trade

Einige Apothekeninhaber*innen sorgen mit Rabattaktionen für Irritationen. Verschärfung der Maskenpflicht in den einzelnen Bundesländern. Digitalisierung im Gesundheitsbereich. Das und mehr in unserem Wochenrückblick.

Verzicht auf Maskeneigenbeteiligung ist Wettbewerbsverstoß

Die Schutzmaskenverordnung sieht vor, dass Risikopatienten bei der Maskenabholung in den Apotheken zwei Euro zuzahlen. Zuletzt wurde bekannt, dass einige Apotheken allerdings auf diese Eigenbeteiligung der Kunden verzichten und sogar damit werben. Das zog nun eine Klage der Wettbewerbszentrale nach sich, die vor dem Landgericht Düsseldorf behandelt wurde. Es untersagte in einem Eilbeschluss die Rabattaktionen mit einer einstweiligen Verfügung. Nach Angaben der Wettbewerbszentrale sehen die Richter in der Schutzmaskenverordnung eine sogenannte Marktverhaltensregel. Jede Verletzung gegen diese Vorschrift sei ein klarer Wettbewerbsverstoß. Bei Nichtbeachtung seien hohe Geld- oder sogar Haftstrafen möglich.

Stoffmasken verschwinden – was ist zu beachten?

Obwohl es bereits als nachgewiesen gilt, dass die zugelassenen Coronavirus-Impfstoffe vor ihnen schützen, geht die Angst vor den Virusmutationen um. Auch deswegen beschlossen Bund und Länder eine verschärfte Maskenpflicht, die bereits in einigen Bundesländern gilt. Doch wie schon bei den vorherigen Beschlüssen wird es auch dieses Mal Unterschiede geben. Was wo ab wann gilt, das hat die Pharmazeutische Zeitung (PZ) in einer Übersicht zusammengefasst.

Masterplan bei der Digitalisierung

Eines der Versprechen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei seinem Amtsantritt war, den gesamten Gesundheitsbereich umfassend zu digitalisieren. Tatsächlich hat er größtenteils Wort gehalten, in dieser Woche wurde mit dem Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG) das dritte Gesetz zur weiteren Digitalisierung des Gesundheitswesens beschlossen. Spätestens ab dem kommenden Jahr dürften auch die Patienten und Kunden die Auswirkungen der Digitalisierung spüren, wenn das E-Rezept, die E-Patientenakte und der E-Medikationsplan langsam, aber sicher Teil des Versorgungsalltags werden.

Die Grünen vermissen dennoch eine Gesamtstrategie bei all den Maßnahmen in diesem Bereich. Das wurde bei einer gesundheitspolitischen Diskussionsrunde des Bundesverbands Managed Care (BMC) am Mittwoch deutlich. Maria Klein-Schmeink – gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen – bemängelte eine schlechte Koordination und Kommunikation zwischen den einzelnen Leistungsbereichen im Gesundheitssystem. Außerdem „brauchen [wir] eine abgestimmte Versorgung und vernetzte Konzepte“, erklärte die Grünen-Politikerin. Karin Maag – gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion – verteidigte hingegen die Politik der Bundesregierung. Es sei nicht angebracht, der Gesellschaft und den Leistungserbringern im Gesundheitswesen plötzlich ein Gesamtprodukt „überzustülpen“.

ABDA ist mit Portalstart zufrieden

Der ABDA-IT-Experte Sören Friedrich zieht nach dem Start von „mein-apothekenportal.de“ eine positive Zwischenbilanz. „Bislang haben sich seit den Weihnachtsfeiertagen trotz hoher Arbeitsbelastung deutschlandweit immerhin schon rund 30 Prozent aller Apothekeninhaber registriert und sowohl ihre Apotheke als auch dazugehörige Filialen eingetragen“, sagte Friedrich in einem Interview mit der PZ. Schon bald werde sich ein wirklicher Mehrwert für die teilnehmenden Apotheken ergeben, denn man arbeite sehr eng mit der Gematik zusammen, die bis zum 30. Juni dieses Jahres die E-Rezept-App bauen müsse. Der IT-Experte erklärte weiter: „Die Gematik-App stellt eine Liste aller Apotheken bereit, die allerdings nur Basisinformationen wie Name oder Anschrift enthält. Über die in unserem Portal erhobenen Informationen können Mehrwertinformationen wie Sprachen oder Umfeld- und Botendienstinformationen an den Verzeichnisdienst der Gematik übergeben werden. Das verschafft jeder einzelnen Apotheke einen ganz besonderen individuellen digitalen Fußabdruck.“

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