Wochenrückblick: Bundes-Notbremse, Sinusvenenthrombose nach Corona-Infektion, Lieferengpässe

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Mehr Druck für Arbeitgeber*innen, die derzeitige Lage der Lieferengpässe und das hohe Risiko einer Sinusvenenthrombose aufgrund einer Corona-Infektion sind heute unter anderem die Themen unseres Wochenrückblicks.

„Bundes-Notbremse“ passiert Bundesrat

Trotz einiger vorheriger Kontroversen passierte das vierte Bevölkerungsschutzgesetz am Donnerstag den Bundesrat und trat am 22. April in Kraft. Einige Länderchefs kritisierten im Vorfeld das nach ihrer Meinung zu starre Regelwerk und monierten, dass den Ländern zu wenig Bewegungsspielraum gelassen wurde. Die sogenannte „Bundes-Notbremse“ verschärft unter anderem den Druck auf die Arbeitgeber*innen, ihren Beschäftigten einen Home-Office-Arbeitsplatz anzubieten. Des Weiteren dürfen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in einem Kreis oder einer Stadt Menschen ab 22 Uhr die eigene Wohnung oder das eigene Grundstück in der Regel nicht mehr verlassen. Wer bis Mitternacht alleine spazieren oder joggen möchte, dem ist das weiterhin erlaubt. Der stationäre Einzelhandel darf für Kunden öffnen, wenn diese einen negativen Corona-Test vorweisen können und einen Termin gebucht haben. Ab einem Inzidenzwert von 150 ist lediglich das Abholen bereits vorbestellter Waren möglich. An allen Schulen wird der Präsenzunterricht ab einer Inzidenz von 165 gestoppt, Ausnahmen bestehen für Abschlussklassen.

Ende der Bezugsscheine ist gekommen

Zum 15. April 2021 ist die Gültigkeit für den Bezugsschein 2 für hochwertige Corona-Schutzmasken aus Apotheken abgelaufen. Gleichzeitig endete die FFP2-Maskenabgabe an vulnerable Personen und ihre Familien – beispielsweise die Abgabe an Arbeitslosengeld-2-Bezieher. Damit ist der staatliche Auftrag zur Verteilung der Masken endgültig abgeschlossen. Deutsche Apotheken haben seit Dezember viele Millionen Masken an gefährdete Personen abgegeben.

Sinusvenenthrombose nach Corona-Infektion häufiger als nach Impfung

Wenn du Kunden berätst, die sich aufgrund der aufgetretenen Sinusvenenthrombosen nach der AstraZeneca-Impfung wegen einer bevorstehenden Impfung sorgen, ist diese Information nicht uninteressant: Die Pharmazeutische Zeitung berichtete über eine Studie der Universität Oxford, die die Häufigkeit des Auftretens von Sinusthrombosen zwei Wochen nach einer COVID-19-Erkrankung, einer Influenza und der Verimpfung einer ersten Dosis Comirnaty® oder dem COVID-19-Vakzin der Firma Moderna verglich. Das Ergebnis war eindeutig: Am höchsten lag das Risiko für eine Sinusvenenthrombose nach einer SARS-CoV-2-Infektion. Die Inzidenz lag nach einer Impfung bei 4,1 pro 1 Million Menschen, nach einer Infektion dagegen bei 39.

Neue Arzneimittel im Monat April

Zum 15. April kamen vier neue Arzneimittel auf den deutschen Markt:

  • Harvoni 45 mg/200 mg: Ein befilmtes Granulat im Beutel hat eine neue Wirkstoffstärke. Ein Beutel des Medikamentes der Firma Gilead Sciences zur Behandlung der chronischen Hepatitis C enthält 45 mg Ledipasvir und 200 mg Sofosbuvir.
  • Sovaldi 150 und 200 mg: Ein befilmtes Granulat im Beutel beinhaltet eine weitere neue Darreichungsform eines Arzneimittels der Firma Gilead Sciences mit dem Wirkstoff Sofosbuvir. Wie Harvoni wird es ebenfalls zur Behandlung der chronischen Hepatitis C eingesetzt.
  • Iveraxiro 3 mg Tabletten ist ein neues ivermectinhaltiges Arzneimittel der Medical Valley Invest AB. Es wird sowohl zur Behandlung der gastrointestinalen Strongyloidiasis, einer Mikrofilarämie bei Patienten mit durch Wuchereria bancrofti verursachten lymphatischen Filiarose als auch zur Behandlung der Skabies bei Menschen genutzt.
  • Terbinafin – 1 A Pharma® ist ein Nagellack gegen Nagelpilz. Er ist mit 78,22 mg/ml Terbinafin der erste terbinafinhaltige Nagelack, der bei Erwachsenen mit leichten bis mittelschweren Pilzinfektionen der Nägel genutzt werden kann, die durch Dermatophyten oder andere Pilze verursacht werden und auf Terbinafin empfindlich reagieren.

Lieferengpässe 2020 weiterhin auf hohem Niveau

Die ABDA meldete am 21. April, dass die Lieferengpässe bei lebenswichtigen Medikamenten im vergangenen Jahr auf ähnlich hohem Niveau wie im Vorjahr lagen. Eine Auswertung des Deutschen Arzneiprüfungsinstitutes (DAPI) im Auftrag des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) für Verordnungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung zeigte auf, dass 16,7 Millionen Rabattarzneimittel nicht verfügbar waren. Entlastungen spürten die Apotheken lediglich durch die coronabedingten Abgabeerleichterungen bei der Auswahl von Ersatzmedikamenten.

RKI: Keine Grippewelle dieses Jahr

So geringe Zahlen gab es lange nicht: Bisher hat es in diesem Jahr nach Informationen des Robert-Koch-Instituts (RKI) nur 519 im Labor bestätigte Grippe-Fälle in Deutschland gegeben. Damit seien die Kriterien für den Beginn einer Grippewelle nicht erfüllt worden, teilte eine RKI-Sprecherin. „Es hat in dieser Saison überhaupt keine Grippewelle gegeben.“ Dies sei ein Novum seit Beginn der Grippeüberwachung im Jahr 1992. Auch die meisten anderen Länder der Nordhalbkugel seien von der Welle verschont geblieben. Hauptgrund dafür seien die Infektionsschutzmaßnahmen gegen das Coronavirus.

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