Wochenrückblick: Ausnahmeregelung bei Papierrezepten, orales Corona-Medikament, Preisgeld für Apotheken

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Foto: iStock/ Bihlmayer Fotografie

Auch diese Woche gibt es wieder Neuigkeiten in der Apothekenwelt. Das Papierrezept bleibt uns noch ein bisschen erhalten. Das erste orale Medikament gegen COVID-19 wurde zugelassen. Das und mehr im Wochenrückblick. 

Papierrezept bis Mitte 2022

Das Muster-16-Rezept verschwindet nicht zum 01. Januar 2022, sondern kann bis Mitte 2022 weiterhin ausgestellt und verwendet werden. Da sich die Einführung des E-Rezeptes verzögert, schrieb die Kassenärztliche Bundesvereinigung am 04. November in einer Richtlinie fest, dass Arztpraxen bis zum 30. Juni 2022 Zeit für die technische E-Rezept-Umstellung erhalten, um die Versorgungssicherheit zu garantieren. 

Strengere Corona-Regeln für Ungeimpfte

In Baden-Württemberg gelten seit Mittwoch aufgrund der steigenden Coronazahlen strengere Regeln für Ungeimpfte. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss für zahlreiche Freizeitaktivitäten, die in geschlossenen Räumen stattfinden, einen PCR-Test vorweisen. Auch in Bayern und Sachsen wird derzeit über Verschärfungen beraten. Wahrscheinlich werden die Maskenpflicht im Unterricht und auch die 2G-Regel für Gastronomie und Veranstaltungen eingesetzt.  

Handlungshilfe der STIKO

Da der Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis Infanrix des Herstellers GlaxoSmithKline seit Ende Oktober einem Lieferengpass unterliegt, hat die STIKO eine Handlungshilfe veröffentlicht. Da ein möglicherweise monatelanges Verschieben von Impfterminen und Unsicherheiten in Bezug auf die Wiederverfügbarkeit die Akzeptanz beeinträchtigen und zu Impflücken führen könnten, soll je nach Verfügbarkeit ein höhervalenter Impfstoff unter Berücksichtigung der Altersgrenzen verimpft werden. 

Neue Arzneimittel im November

Im November wurden zahlreiche neue Arzneimittel eingeführt. Für die Apotheke ist vor allem das DicloSpray 40 mg/g Spray zur Anwendung auf der Haut von SANAVITA Pharmaceuticals relevant. Es kommt zur lokalen symptomatischen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen und bei Entzündungen in Folge akuter stumpfer Traumen kleiner und mittelgroßer Gelenke sowie gelenknaher Strukturen zur Anwendung. 

Corona-Booster in Apotheken?

Immer weniger Hausärzte impfen trotz rasant steigender Infektionszahlen gegen Corona. Trotz allem schlägt der Vorsitzende des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL) Thomas Rochell vor, dass die Auffrischimpfungen perspektivisch auch in Apotheken durgeführt werden könnten. In einem Interview mit der DAZonline äußert er: „Wenn COVID-Impfungen künftig niedrigschwelliger durchgeführt werden sollen, zum Beispiel wegen zu geringer Impfquoten, dann bietet sich die Apotheke vor Ort idealerweise an". Auch die Delegierten beim Deutschen Apothekertag haben sich dafür ausgesprochen, Auffrischimpfungen gegen COVID-19 in den Apotheken anbieten zu dürfen. Der Ärzteverband hatte diese Vorschläge scharf kritisiert.  

Zulassung des ersten oralen Corona-Arzneimittels

Neben dem parenteral verabreichten Antiviralium Veklury® (Remdesivir) wurde jetzt in Großbritannien das erste orale Mittel gegen Corona zugelassen. Molnupiravir soll sicher und effektiv die Virusvermehrung blockieren sowie die Zahl der Todesfälle und Krankenhauseinweisungen von Patient:innen mit leichten oder mittelschweren Verläufen deutlich reduzieren. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) prüft das Arzneimittel bereits; die US-Behörde (FDA) hat ein Zulassungsverfahren eingeleitet. 

Leuchtturmprojekte gesucht

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) hat aktuell den vierten Deutschen Apotheken-Award (DAA) ausgeschrieben. Es werden sogenannte „Leuchtturmprojekte“ bzw. besonders preiswürdige Initiativen und Projekte gesucht, die einen engem Bezug zu Apotheke und Pharmazie aufweisen. Apotheker:innen sowie auch Projektpartner:innen, Kammern und Verbände können sich ab sofort in den beiden Kategorien „Moderne Apotheke“ und „Apotheke und Patient“ bewerben. Die Ausschreibungsfrist für den DAA endet am 11. Februar 2022. Bei der Preisverleihung im Anschluss an das Wirtschaftsforum des Deutschen Apothekerverbandes am 28. April 2022 erhalten die Sieger:innen jeweils 2.500 Euro Preisgeld. Zweit- und Drittplatzierte werden ebenfalls prämiert. 

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