Von Arzneitees bis Spirituosen – so vielfältig ist Anis

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Anis (Pimpinella anisum) ist höchstwahrscheinlich aus dem Orient zu uns nach Europa gekommen und hat sich sowohl in der Küche als auch in der Pharmazie etabliert. Genutzt wird dabei das ätherische Öl.

Anis ist eine Pflanzenart der Familie der Doldenblüter (Apiaceae) und wird als Heil- sowie als Gewürzpflanze verwendet. Heutzutage wird es hauptsächlich in Russland, der Türkei, Syrien, Italien und Indien angebaut. Der für Anis typische Geruch entsteht durch das in der Pflanze vorhandene ätherische Öl Anethol.

Anis als Heilpflanze

Als eine vielfältig verwendbare Heilpflanze ist Anis seit der Antike auch als solche bekannt. Schon im ersten Jahrhundert nach Christus wurde Anis als probates Mittel bei Beschwerden wie Blähungen, Wassersucht, Magenschmerzen, Zahnfleischentzündungen, Leberproblemen, Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen oder Tierbissen beschrieben. Auch diverse Erkrankungen der Atemwege könnten damit behandelt werden.

Heutzutage findet die Anispflanze, besonders wegen den enthaltenden ätherischen Ölen, vielfach Verwendung als Naturheil- und auch Arzneimittel. Die getrockneten Früchte (Anisi fructus) werden unter anderem bei Beschwerden wie Magenbeschwerden, Erkältungsbeschwerden, Durchfall/Blähungen, Mundgeruch, Appetitlosigkeit, Einschlafschwierigkeiten, Geschmacksstörungen sowie bei Milchbildungsstörung bei werdenden Müttern eingesetzt.

Häufigste Anwendung zur Bekämpfung von Beschwerden dürfte der Anis-Tee sein. Dieser kann auch noch zusammen mit Fenchel und Kümmel zubereitet werden, da alle drei Kräuter das gleiche Anwendungsfeld bedienen. Ferner wird Anis auch als Geschmackskorrigens eingesetzt.

Der offizinelle Anis enthält neben den ätherischen Ölen (84 bis 93 Prozent trans-Anethol; max. 0,5 Prozent cis-Anethol) in geringeren Mengen unter anderem auch Flavonoide, Cumarine, Phenylpropanoide und Anisaldehyd.

Anis als Gewürzpflanze

Anis findet in einer breit gefächerten Produktpalette Anwendung. Als Gewürz wird Anis in der Küche für die beliebten Anisplätzchen oder zum Verfeinern von Suppen, Aufläufen oder Salaten benutzt. Hierbei werden vor allem die getrockneten Früchte verwendet. Auch in Süßwaren erfreut es sich großer Beliebtheit, etwa bei Bonbons oder Plätzchen. Weiterhin wird Anis auch in Spirituosen wie Sambuca, Ouzo, Raki oder Absinth eingesetzt. Hier gibt er nicht nur den typischen Geschmack, sondern – wie bei beispielsweise Ouzo oder Raki – auch eine leichte Trübung des Getränks, die als der „Louche-Effekt“ bekannt ist.

iStock/yulka3ice

Vorsicht bei der Nutzung

Für Asthmatiker, Kleinkinder und Säuglinge gilt bei der Nutzung: Anis niemals unverdünnt im Bereich von Mund und Nase einsetzen, da es wegen der hohen Konzentration von ätherischen Ölen zu Atemnot führen kann. In seltenen Fällen können allergische Reaktionen hervorgerufen werden. Diese Details sollten bei der Beratung berücksichtigt werden.

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