Vitamin-D-Defizit in Herbst und Winter

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In der dunklen Jahreszeit produziert unser Körper nicht mehr so viel Vitamin D wie im Frühling und im Sommer. Doch unser Körper braucht die Substanz für zahlreiche Stoffwechselvorgänge.

Wann man Vitamin D einnehmen sollte

Wenn UV-B-Strahlen auf die Haut treffen, wird aus 7-Dehydro-cholesterol (Zwischenprodukt der Cholesterin-Synthese) und dem Einfluss von Licht das Provitamin D gebildet und danach zu Cholecalciferol (Vitamin D3) umgewandelt. Durch Leberenzyme entsteht Calcidiol, das in Bluttests gemessen werden kann und Aussagen zum Vitamin-D-Status zulässt. Anschließend kommen die Nieren ins Spiel, die Calcidiol in Calcitriol aktivieren. Es ist für die Knochenmineralisierung, das Immunsystem, die Herz-Kreislauf-Funktion, die Zellteilung, die Gefäßgesundheit und viele Nervenfunktionen unentbehrlich.

Die Eigensynthese von Vitamin D3 beträgt bei regelmäßigem Aufenthalt im Freien 80 bis 90 Prozent. Über die Nahrung wird relativ wenig zur Versorgung beigetragen, da nur einige Lebensmittel ausreichend hohe Mengen an Cholecalciferol enthalten.

Lebensstil beeinflusst unseren Vitamin-D-Haushalt

Besonders im nun beginnenden Herbst wird Deutschland zum Vitamin-D-Mangel-Gebiet, denn die geografische Lage erlaubt zwischen Oktober und März kaum eine ausreichende UV-B-Versorgung. Das liegt daran, dass in unserem Breitengrad die für die körpereigene Bildung benötigten UV-B-Strahlen mit der Wellenlänge 290 bis 315 Nanometer nur zwischen April und September auf die Erde treffen.

Da sich die meisten Menschen auch in diesem Zeitraum tagsüber häufig in geschlossenen Räumen aufhalten, ist keine ausreichende Versorgung garantiert. Gehen sie nach draußen in die Sonne, unterbinden Pflegeprodukte und Sonnenschutzmittel ab Lichtschutzfaktor 30 die Eigensynthese größtenteils. Zusätzlich liegt die Halbwertszeit von Vitamin D bei nur 24 Stunden. Eine groß angelegte europaweite Studie zeigt, dass ein Vitamin-D-Defizit innerhalb der Bevölkerung gängig ist und 13 Prozent sogar unter einem ausgeprägten Mangel leiden.

Vitamin-D-Mangel kann zu Krankheiten führen

Wissenschaftlich belegt ist, dass ein Vitamin-D-Mangel Auswirkungen auf die Knochengesundheit haben kann, denn Cholecalciferol fördert die Resorption von Calcium und Phosphat aus dem Darm und deren Einbau in die Knochen. Bei Säuglingen und Kindern kann ein Defizit zu Rachitis führen, bei Erwachsenen zur Osteomalazie und Osteoporose. Zusätzlich scheint es Zusammenhänge zwischen der Vitamin-D-Versorgung und Krankheiten wie kardiovaskuläre Beschwerden, verschiedene Krebserkrankungen, Allergien und Autoimmunerkrankungen, Atemwegsinfekten, Schlaganfällen, Bluthochdruck und Diabetes zu geben.

Empfehlung für die Beratung

Du kannst im Herbst deine Kunden auf eine mögliche Unterversorgung ansprechen. Die Frage nach der Dosierung von Vitamin-D-Präparaten ist dagegen nicht immer klar. Hier werden je nach Interessensgruppen unterschiedliche Angaben publiziert. Daher sollte der Patient zuerst seinen Vitamin-D-Status beim Arzt bestimmen lassen.

Ein sinnvoller Dosisbereich zur Supplementierung liegt laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) und Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bei 400 IE für Säuglinge bis zu einem Jahr; für alle anderen Altersklassen bei maximal 800 IE. Bei einem festgestellten Mangel können initial höhere Dosen nötig sein, um den Serumspiegel anzuheben. Die ideale Menge entscheidet der Arzt, sodass eine mögliche Überdosierung ausgeschlossen werden kann.

 

 

Artikel zuerst erschienen im AMIRA-Pocket-Magazin 4/2020

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