Vitamin A – Merkmale und Risiken bei Schwangerschaft

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Vitamin A ist beispielsweise in Karotten und Leber enthalten – unter anderem gut für die Augen, aber eine Überdosierung kann vor allem für Schwangere gefährlich werden. Das solltest du für die Beratung wissen.

Bei Vitamin A handelt es sich um eine ganze Gruppe von Stoffen, die eine ähnliche, chemische Struktur aufweisen und in unserem Körper auch eine vergleichbare Wirkung entfalten. Der bekannteste Vertreter dieser Gruppe ist Retinol – ebenfalls Vitamin A1 genannt –, aber auch Retinal (Vitamin-A-Aldehyd), Retinsäuren (Vitamin-A-Säuren; beispielsweise das aus der Rezeptur bekannte Tretinoin) und Retinylpalmitat (Vitamin-A-Ester) gehören dazu. Zusätzlich gibt es Vorstufen von Vitam (Provitamine), die der Körper in Vitamin A umwandeln kann. Zu ihnen zählt beispielsweise Beta-Carotin (Provitamin A).

Oft wird die biologische Wirkung von Vitamin A in sogenannten Retinolaktivitätsäquivalenten (RAE) angegeben, weil nicht alle Vitamin-A-Derivate die volle Vitamin-A-Wirksamkeit besitzen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) entspricht 1 RAE 1 µg Retinol oder 12 µg Beta-Carotin oder 24 µg anderer Carotinoide mit Provitamin A-Wirkung. 

Wozu benötigt unser Körper Vitamin A?

Der Wirkstoff ist für das Wachstum, eine normale Funktion und den Aufbau der Haut und Schleimhäute essenziell. Auch die Reparatur und Vorbeugung von DNA-Schäden wird unterstützt. Eine Unterversorgung mit Vitamin A kann zu trockener Haut und Infektanfälligkeit führen. Bei der Blutbildung fördert Retinol die Bildung von neuen, roten Blutkörperchen und erleichtert den Einbau des Eisens.

Die Knochenbildung und -heilung sowie die Eiweißsynthese und der Fettstoffwechsel in der Leber werden positiv beeinflusst. Retinal ist Bestandteil der Sehpigmente der Netzhaut im Auge, die unter anderem für die Lichtwahrnehmung in den Fotorezeptoren zuständig sind. Sehstörungen und Nachtblindheit können durch einen Vitamin-A-Mangel verursacht werden. An der Synthese von Testosteron und Östrogen sowie an der Bildung von Sperma- und Eizellen ist Retinol ebenfalls beteiligt.

In welchen Lebensmitteln kommt Vitamin A vor?

Gute Vitamin-A-Lieferanten sind tierische Lebensmittel wie Leber, Eier, Fisch, Milch, Käse und Butter. Im Falle der Leber genügt schon eine kleine Menge, um den Tagesbedarf zu decken.

In pflanzlichen Lebensmitteln ist hingegen vor allem das Provitamin A (Beta-Carotin) enthalten, das für die Eigenproduktion von Retinol im Körper verantwortlich ist. Vor allem in gelb-orangen und grünem Obst sowie Gemüse – zum Beispiel Karotten, Kürbis, Aprikosen, Grünkohl und Spinat – ist das Beta-Carotin enthalten. Da es sich um lipophile Substanzen handelt, wird die Resorption im Darm durch fetthaltige Speisen verbessert. Demnach zählt Vitamin A zu den fettlöslichen Vitaminen. Der tägliche Bedarf ist abhängig von Geschlecht, Alter sowie Lebensumständen und beträgt für einen Erwachsenen laut DGE zwischen 700 μg und 850 μg RAE pro Tag. In der Stillzeit oder bei bestimmten Erkrankungen erhöht sich der Bedarf.

Besonderheiten und Risiken von Vitamin A

Da Vitamin A lipophil ist, kann es sich im Körper anreichern. Eine längere Überversorgung kann zu Durchfall und Erbrechen oder zu Osteoporose und Kopfschmerzen führen. Auch Milz und Leber können massiv geschädigt werden. Bevor zu einem Vitamin-A-Präparat gegriffen wird, sollte der tatsächliche Nutzen abgewogen werden. Denn bei einer ausgewogenen Ernährung kommt ein Vitamin-A-Mangel äußerst selten vor.

Da kindliche Fehlbildungen und Fehlgeburten ausgelöst werden können, sollten werdende Mütter im ersten Trimenon keine Leber verzehren. Im Falle einer Schwangerschaft sollte das Vitamin aufgrund der Risiken nicht ohne ärztliche Rücksprache supplementiert werden.

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