Thrombose – die stille Gefahr rechtzeitig erkennen

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Foto: iStock/Henadzi Pechan

Die Thrombose (agr. Thrombus: Pfropfen/Klumpen) bezeichnet eine Verstopfung eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel. Welche Arten gibt es und wie kannst du vorbeugen? Wir haben die wichtigsten Details zusammengestellt.

Was ist eine Thrombose?

Als Thrombose wird im medizinischen Umfeld ein vollständiger oder teilweise erfolgter Verschluss eines Blutgefäßes bezeichnet. Dabei gibt es zwei verschieden Arten: die arterielle und venöse Thrombose. Die Blutpfropfen bilden sich, da Blutplättchen sich an einer Gefäßwand festsetzen und miteinander verklumpen – das Blut gerinnt innerhalb unseres Körpers. Was außerhalb des Körpers ein lebenswichtiger Schutzmechanismus ist, wird innerhalb zu einer echten Gefahr. Durch die Verklumpung wird der Blutfluss gestört und es entsteht eine Thrombose.

Welche Thrombosen gibt es?

Bei einer arteriellen Thrombose bildet sich ein Gerinnsel in einer Arterie (Schlag- oder Pulsader) und behindert somit die Blutzufuhr wichtigen Organen. Meistens entstehen sie an Stellen, an denen sich die Gefäße verengen oder abzweigen – beispielsweise im Gehirn oder in den Beinen. Im schlimmsten Fall führen sie zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt. Letzterer kann besonders durch eine Koronarthrombose (im Herzkrankgefäß) ausgelöst werden. Infolge der verengten Gefäße gelangt zu wenig Sauerstoff zum Herzen und kann einen Infarkt verursachen.

Ein Blutgerinnsel in einer Vene – das Blutgefäß, das das Blut zum Herzen transportiert – wird venöse Thrombose genannt. Sie lässt sich in drei Unterkategorien segmentieren:

  • Bei der tiefen Venenthrombose (TVT) entsteht ein Thrombus in einer tiefen Vene – meistens sind die Beinvenen in Ober- oder Unterschenkel betroffen.
  • Bei der oberflächliche Venenthrombose (OVT) bildet sich ein Gerinnsel in einer oberflächlichen Vene – vorwiegend in den Beinen oder Armen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie (DGP) tritt eine OVT seltener als eine TVT auf. Sie gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Jedes Jahr ist in Deutschland circa einer von tausend Erwachsenen von einer TVT betroffen.
  • Die Hirnvenenthrombose ist eine spezielle Form:  Ein Thrombus formt sich in den Venen vom Gehirn zum Herz – diese Entwicklung kann in einen Druckanstieg im Hirn resultieren. Eine Thrombose in den Hirnvenen zeichnet sich hauptsächlich durch starke Kopfschmerzen aus, die sich intensivieren und als Donnerschlagkopfschmerz (ein plötzlicher und heftiger Schmerz, der sich innerhalb einer Minute in voller Intensität äußert) auftreten können. Er kann bis zu zehn Tage anhalten.

Jeder Thrombose-Verlauf muss behandelt werden, da das verengte Gefäß die Blutzufuhr zu Organen oder Gliedmaßen stoppen kann und somit aufgrund der Unterversorgung geschädigt werden oder sogar absterben. Teilweise gelöste Thrombosen, die durch den Körper in lebenswichtige Organe wandern, führen im schlimmsten Fall zu einem Herzstillstand, einem Schlaganfall oder einer Lungenembolie mit Todesfolge.

Thrombose nach eine Corona-Impfung – was kann passieren?

Nach einer Corona-Impfung wurden ebenfalls Thrombosen als Nebenwirkung festgestellt – meistens bei AstraZeneca. Die Mehrheit der Betroffenen litt unter einer vorherigen Grunderkrankung – beispielsweise an einem TTS(Toxischen-Schock)-Syndrom. Da Kopfschmerzen zu den gängigen Impfreaktionen, aber auch als Leitsymptom bei Hirnvenenthrombose gelten, sollte auf die Dauer und Intensität geachtet werden. Falls die Beschwerden nicht innerhalb weniger Tage abklingen, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Symptomatik – wie du eine Thrombose erkennen kannst

Symptome im Bein

Symptome im Arm

 

  • Schwellung der Wade, Knöchel und/oder Fuß
  • Gefühl von Spannung und Schwere im Unterschenkel
  • Schmerzen, die einem Muskelkater ähneln können
  • Gespannte, glänzende und bläulich verfärbte Haut
  • Überwärmung des Unterschenkels
  • Stärker sichtbare Hautvenen (Warnvenen)
  • Leichtes Fieber
  • Beschleunigter Puls

 

 

  • Schwellung des betroffenen Arms und der Hand
  • Bläulich hervortretende Hautvenen
  • Teilweise rötlich-lilafarbene Verfärbungen des Arms
  • Schmerzen bei Druck auf den Arm und beim Bewegen

Eine Thrombose kann auch ohne Symptome auftreten. Viele Betroffenen merken zunächst gar nicht, dass sich ein Gerinnsel bildet, da hinter den Anzeichen wie Schmerzen oder Hautveränderungen ganz andere Ursachen stecken können. Doch bei den oben aufgeführten Symptomen sollte immer die Möglichkeit einer Thrombose in Betracht gezogen werden.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Entstehung eines Thrombus kann verschiedene Auslöser beinhalten:

  • einen gestörten oder verlangsamten Blutfluss,
  • eine erhöhte Gerinnungsneigung
  • eine längere Bettruhe (zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung)
  • Einnahme von Medikamenten, z. B. Kortison oder Anti-Baby-Pille
  • Genetische Veranlagung (Faktor-V-Leiden)
  • Langes Sitzen über drei Stunden (bei Flugreisen)
  • Während und nach einer Schwangerschaft (vor allem bei Kaiserschnitt)
  • Erkrankung mit Diabetes mellitus
  • Nikotinkonsum (Rauchen)

3 Therapie-Optionen: Diagnose und Behandlung

Anhand einer finalen Diagnose kommen drei Verfahren infrage:

  • Medikamente: Gerinnungshemmende Medikamente können den Thrombus verkleinern komplett auflösen. Diese Therapieform kann von den Patient:innen ambulant weitergeführt werden.
  • Druck: Bei einer Kompressionstherapie mit Kompressionsverbänden oder -strümpfen wird Druck auf die Venen ausgeübt, damit das Blut schneller fließen kann und somit die Gerinnung reduziert. Sie hilft ebenfalls bei den auftretenden Schmerzen.
  • Operation: Verschiedene operative Eingriff können zur Behandlung eingesetzt werden – beispielsweise ein Katheter, der den Thrombus in der Blutbahn abfängt und entfernt.

Vorbeugung einer Thrombose

Einer Thrombose kann durch regelmäßige Bewegung und einen gesunden Lebensstil verhindert werden. Vor allem die Venen in den Beinen brauchen Unterstützung durch die Muskelpumpe bzw. Venenpumpe, denn sie stärkt die Blutzirkulation. Wenn du über mehrere Stunden stehen oder sitzen musst (zum Beispiel auf Flügen oder hinter dem HV-Tisch), kannst zur Vorbeugung Kompressionsstrümpfe tragen.

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