Tattoos – die richtige Vorsorge und Pflege

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Foto: iStock/Anchiy

Tattoos sind heutzutage als Körperschmuck und Selbstverwirklichung beliebter denn je. Rund ein Viertel der Deutschen sind tätowiert. Doch wie finden wir das richtige Studio und wie sieht die optimale Pflege aus?

Tattoos und Hygiene: das A und O des Tätowierens

Alle gewerblich angemeldeten Tattoo-Studios werden vom zuständigen Gesundheitsamt überwacht – trotzdem besteht ein Risiko, sich wegen einer verunreinigten Nadel oder mangelnden Hygienemaßnahmen eine Infektion zuzuziehen. Deshalb informiere dich im Vorfeld sehr genau über das Studio: Oft gibt schon die Website Informationen zu den Standards und achte auf Online-Bewertungen. Wie lange gibt es das Studio bereits? Auch der Besuch vorab und das Überprüfen der Sauberkeit sind sinnvoll. Eine Beratung beinhaltet ein Gespräch zu allen Risiken – beispielwiese Entzündungen und Allergien.

Eine lange Warteliste kann ebenfalls ein Zeichen sein, dass auf Qualität und Sicherheit geachtet wird. Lasse dir auch vom Tätowierer den Besuch eines Hygieneseminars bestätigen, denn es ist in Deutschland bisher kein verpflichtender Lehrgang.

Ist ein Tattoo schädlich? Und welches Risiko birgt Schweiß?

Auch die verwendeten Farben können ein Risiko sein – wenn der Hersteller sich zum Beispiel nicht an die Tätowiermittel-Verordnung (TätoV) hält und Farben verwendet, die industrielle Stoffe wie Chrom, Nickel oder sogar Arsen und Quecksilber enthalten. Zudem gibt es keine vollständige Liste zu unbedenklichen Tattoo-Farben. In einem vertrauenswürdigen Studio sollten all diese Information mitgeteilt werden. 

Zusätzlich solltest du beachten, dass jedes Tattoo Veränderungen auf der Haut bewirkt. Tätowierte Haustellen produzieren circa um die Hälfte weniger Schweiß, der dafür mehr Salze enthält. Dieser Umstand kann zu Problemen bei der Temperaturregulierung oder beim Elektrolythaushalt führen. Schwer körperlich arbeitende Menschen oder Sportler:innen wird deshalb von großflächigeren Tattoos abgeraten.

Richtige Pflege – was hilft aus der Apotheke?

Frische Tätowierungen sind wie großflächige Schürfwunden zu behandeln und es ist auf die richtige Hygiene sowie Pflege zu achten. Auch der regelmäßige Verbandswechsel spielt dabei eine ausschlaggebende Rolle. Nur auf diese Weise kann Infektionen vorgebeugt werden.

Meist wird direkt nach dem Tätowieren Frischhaltefolie als Verband verwendet, die aufgrund ihrer Luftundurchlässigkeit eher ungeeignet ist. Es kommt nämlich, zu einem Wärme- und Feuchtigkeitsstau, die das Infektionsrisiko erhöhen und die Wundheilung deutlich erschweren. Frischhaltefolie sollte nach spätestens ein bis drei Stunden gewechselt werden, die Stelle mit lauwarmem Wasser abgewaschen und mit einem fusselfreien Handtuch oder Küchenrolle getrocknet werden.

Anschließend wird eine Dexpanthenol-haltige Creme oder Salbe aufgetragen und erneut Folie aufgetragen um die „Wunde“ zu schützen. Transparente Pflaster und sterile Folienverbände (beispielsweise Suprasorb F von Lohmann & Rauscher, OPSITE FLEXIGRID von Smith & Nephew, NOBADERM von Nobadem und Leukomed T von BSN) sorgen für ein ideales Wundheilungsmilieu, sind atmungsaktiv und können auch während des Duschens auf der Haut bleiben. Insgesamt können sie bis zu drei Tage getragen werden.

In den ersten fünf Tagen eines neuen Tattoos sollte es alle vier Stunden gereinigt und eingecremt werden. Gerade am ersten Tag ist eine pH-neutrale Seife zum Säubern empfehlenswert – am besten ohne Duftstoffe. Während des Heilungsprozesses sollte ausschließlich geduscht werden. Das Baden im Meer oder Schwimmbad und in der Badewanne ist nicht sinnvoll, denn hier ist das Infektionsrisiko besonders hoch. Stehendes Wasser sollte circa sechs Wochen vermieden werden.

Damit die Haut am Tattoo nicht reißt oder sich Schorf bildet, muss die Haut geschmeidig gehalten werden. Ansonsten wird der Haut die Farbe entzogen und es können sich helle Flecken auf der Körperkunst bilden. Vor allem Cremes, die Dexpanthenol und keine Duftstoffe enthalten, sind geeignet. Sobald die Farbe matt wirkt, sollte nachgecremt werden – nicht zu dick, nicht zu dünn.

Spezielle Pflegeserien für die Tattoopflege sind für Apotheken erhältlich und können beispielsweise von dir empfohlen werden: CICAPLAST Baume B5 von La Roche-Posay, Tattoo Creme Pegasus Pro von Skin Stories, medizinische Tattoopflege von TattooMed.

Einige Nahrungsergänzungsmittel können ebenfalls die Wundheilung fördern – zum einen Zinksubstitutionen, da sie für die Eiweißsynthese und Zellteilung benötigt werden; zum anderen können Vitamin E und C die Regeneration unterstützen.

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