Sinusvenen-Thrombose – Beratung zu AstraZeneca-Risiken

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Foto: iStock/AsiaVision

Der kurze Stopp des AstraZeneca-Wirkstoffes wurde aufgrund einer sehr seltenen Nebenwirkung, der Sinusvenen-Thrombose, verhängt. Doch was ist das und wie bemerkt man sie? Was du deinen Kund*innen jetzt antworten kannst.

Bei einer Sinusvenen-Thrombose kommt es aufgrund der Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) in den Hirnvenen zu einer venösen Abflussstörung. Häufig ist eine gefährliche Stauungsblutung die Folge. Sie ist die Ursache für circa ein Prozent der Schlaganfälle. Die jährliche Inzidenz einer Sinusvenen-Thrombose liegt bei etwa drei bis fünf Fällen auf eine Million Menschen. Dabei sind Frauen dreimal häufiger betroffen, besonders in ihrem dritten und vierten Lebensjahrzehnt. Ausgesetzt wurde die Impfung mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca, weil sieben Fälle dieser seltenen Krankheitsform auf mehr als 1,5 Millionen geimpfter Personen auftraten und das Paul-Ehrlich-Institut dieser Vorkommen als signifikante Häufung bestätigte.

Sinusvenen-Thrombose: Wann treten die Symptome nach der Impfung mit AstraZeneca auf?

Die Europäische Arzneimittelagentur kam in der vergangenen Woche zu dem Schluss, dass der Nutzen des Impfstoffs bei der Vorbeugung von COVID-19 die Risiken der Nebenwirkungen überwiegt. Daher wurden die Impfungen wieder aufgenommen. Das führt auf Patientenseite zu Unsicherheiten. Was kannst du deinen Kund*innen raten, wenn sie nach der Impfung verunsichert sind und wissen wollen, wie sich eine Sinusvenen-Thrombose ankündigt und wie sie handeln sollten?

Das Paul-Ehrlich-Institut informierte am 19. März 2021 die Fachkreise über die typischen Symptome der seltenen Erkrankung. Geimpfte Personen sollten sofort eine*n Ärzt*in aufsuchen, wenn sie in den Wochen (etwa vier bis 16 Tage) nach der Impfung Symptome wie

  • Kurzatmigkeit,
  • anhaltende Kopfschmerzen, die auf Paracetamol, Ibuprofen oder ASS nicht adäquat ansprechen,
  • neurologische Symptome wie Schwindel, Lähmungen, Gefühls- oder Sprachstörungen oder epileptische Anfälle,
  • Brustschmerzen,
  • Arm- oder Beinschwellungen,
  • kleine punktförmige Einblutungen (Petechien),
  • Blutergüsse der Haut über die Impfstelle hinaus

entwickeln.

Der/die Ärzt*in wird eine Gerinnungsdiagnostik mit Blutbild und Bestimmung der Thrombozytenzahl durchführen, um eventuelle Nebenwirkungen des Impfstoffes festzustellen oder auszuschließen.

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