Rizinusöl – Verwendung in Pharmazie & Kosmetik

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Foto: iStock/ kellyreekolibry

Rizinusöl (Ricini oleum) ist aus dem Apothekenalltag bekannt und wird zu verschiedenen Zwecken eingesetzt. Wir geben dir einen Überblick zur Besonderheit der Pflanze sowie wertvolle Beratungstipps.

Das fette Öl wird aus den braunen, bohnenartigen, grau-silbrig marmorierten Samen des Wunderbaumes (lat. Ricinus communis) gewonnen. Die einjährige Pflanze mit ihren dekorativen, handförmigen Blättern und den weichstacheligen, roten Kapselfrüchten gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae).

Vorsicht, giftig!

Die Samen enthalten neben dem ungiftigen Öl auch das hochgiftige Eiweiß Rizin, das eines der potentesten natürlich vorkommenden Gifte überhaupt ist. Schon der Verzehr von zehn bis 20 Samen führt bei Erwachsenen unbehandelt nach 48 Stunden zum Tode als Folge von Kreislaufversagen. Auch der Hautkontakt kann bereits zu allergischen Reaktionen oder Vergiftungen führen. Gerade bei Kindern ist besondere Vorsicht geboten.

Verwendung von Rizinusöl

Durch eine Kaltpressung und anschließende Wasserdampfdestillation wird das rizinfreie Öl gewonnen. Es ist durchsichtig bis leicht gelblich und wirkt durch die enthaltene Fettsäure Ricinolsäure stark laxierend. Heutzutage wird es aber nur noch selten eingesetzt, da es besser steuerbare und verträglichere Laxanzien gibt.

Hin und wieder wird Rizinusöl in der Apotheke als ein Bestandteil (neben Aprikosensaft, Mandelmus und Alkohol) vom sogenannten Wehencocktail zum Auslösen von Geburtswehen verlangt. Auch gibt es heute im Hinblick auf Steuerbarkeit, Verträglichkeit und Sicherheit bessere Alternativen. Da der Einsatz umstritten ist, sollte das Rizinusöl nur nach Rücksprache mit einer Hebamme oder einem Frauenarzt bzw. einer Frauenärztin abgegeben werden.

Außerdem wird das temperaturunabhängig hochviskose Öl oft als Schmieröl für Flugzeuge und Schiffe oder als Bremsflüssigkeit eingesetzt. Zudem wird es in der PTA-Ausbildung verwendet, um das Schütten zu lernen.

Rizinusöl als Kosmetikum

Als wahres Wundermittel wird Rizinusöl in der Kosmetikindustrie angepriesen. Aufgrund seiner hochwertigen, natürlichen Inhaltsstoffe wie Vitamin E pflegt es Haut, Haare und Nägel. In vielen Kosmetikprodukten wie Lippenstiften, Haarspülungen, Badezusätzen und Nagelpflegeprodukten ist es unter der INCI-Bezeichnung RICINUS COMMUNIS SEED OIL enthalten.

So gilt Rizinusöl als absoluter Geheimtipp für lange und volle Wimpern. Und das nach nur wenigen Wochen, mit einem natürlichen Mittel, das nicht übermäßig teuer ist. Doch, stimmt das? Aufgrund seiner pflegenden Eigenschaften macht Rizinusöl die Haare sowie die Wimpern kräftiger und geschmeidiger. Sie sind nicht mehr spröde, sondern glatt und seidig und brechen nicht so leicht ab oder fallen aus. Daher wirken sie auf Dauer länger und dichter, weil sie einfach zahlreicher sind und gesund nachwachsen können. Wichtig ist, dass ein kaltgepresstes Öl wie das Rizinusöl kaltgepresst Caelo HV-Packung (PZN 12727552), das RIZINUSÖL kbA kalt gepresst von Spinnrad (PZN 11730888) oder als kosmetischer Rohstoff das Rizinusöl kaltgepresst von Henry Lamotte (PZN 14165118) zum Einsatz kommt. Bei der Heißpressung oder der chemischen Extraktion gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren, daher sind raffinierte Rizinusöle nicht sonderlich geeignet.

Kosmetische Anwendung

Ein- bis zweimal täglich sollen ein paar Tropfen Öl mit einem Wattepad oder -stäbchen auf den Wimpernkranz aufgebracht und vorsichtig ohne starkes Reiben verteilt werden. Die Reste werden nach ein paar Stunden Einwirkzeit mit klarem Wasser abgewaschen. Bei regelmäßiger Anwendung sehen die Wimpern nach ein paar Wochen länger und dichter aus. Rizinusöl ist daher kein Wundermittel, aber eine erklärbare Extraportion Pflege für lange Wimpern.

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