Regelschmerzen lindern: Welche Mittel sind geeignet?

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Foto: iStock/bymuratdeniz

Monatlich haben die meisten Frauen mit Regelschmerzen zu kämpfen – zum Beispiel Unterleibs- und Kopfschmerzen. Auch Zyklusstörungen, Übelkeit und Stimmungsschwankungen gehören dazu. Welche Mittel können helfen?

Nicht nur die Intensität, sondern auch die Art der Beschwerden sind von Frau zu Frau verschieden. Meist treten die körperlichen und/oder seelischen Leiden, die unter dem Begriff prämenstruelles Syndrom (PMS) zusammengefasst werden, bereits vor Menstruationsbeginn (zwei bis 14 Tage vorher) auf. Mit Einsetzen der Blutung oder spätestens ein bis zwei Tage danach verschwinden sie häufig wieder. Obwohl die Ursachen für PMS nicht abschließend geklärt sind, besteht ein kausaler Zusammenhang mit den zyklischen Schwankungen des weiblichen Hormonhaushalts.

Sind Regelschmerzen gefährlich? Wann solltest du zum Arzt?

Durch wehenartige Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur wird die monatlich neu gebildete Gebärmutterschleimhaut ausgestoßen, wenn es zu keiner Befruchtung kam. Dieser Prozess kann mehr oder weniger schmerzhaft sein. Vor allem junge, sehr schlanke Frauen leiden häufiger unter diesen primären Regelschmerzen, die im Gegensatz zu den sekundären Regelschmerzen nicht durch eine andere Grunderkrankung verursacht werden.

Bei plötzlich auftretenden Regelschmerzen, bei schmerzhaften und starken Blutungen nach den Wechseljahren, bei veränderter Blutung und wenn sich Stärke und Dauer der Schmerzen verändern, sollte ein Frauenarzt bzw. eine -ärztin konsultiert werden. Er bzw. sie kann ernsthafte Erkrankungen – beispielsweise eine Krebserkrankung, Endometriose, Myome oder Polypen an der Gebärmutter – ausschließen. Das ist auch bei einem bestehenden Kinderwunsch besonders wichtig.

Was kann die Regelschmerzen lindern?

Sanfte körperliche Aktivitäten wie Yoga, Nordic Walking und Gymnastik lockern die Muskulatur im kleinen Becken auf. Wärme in Form von Wärmeauflagen, Wärmflaschen und Körnerkissen verschaffen ebenfalls Linderung. Zusätzlich ist eine magnesiumreiche Ernährung wichtig. Auch können Supplemente des Minerals hilfreich sein. Die Ausschüttung von Glückshormonen beim sexuellen Höhepunkt lockert ebenfalls die Gebärmuttermuskulatur und fördert die Durchblutung des gesamten Unterleibs.

Welche Arzneimittel gibt es?

Der Trockenextrakt aus Keuschlammfrüchten – Agnus castus – (beispielsweise in Agnucaston (Bionorica), Agnus castus AL (Aliud Pharma), Agnus castus Stada (Stada Consumer Health Deutschland)) reduziert prämenstruelle Beschwerden, gleicht Regeltempoanomalien aus und normalisiert den Zyklus, indem er das hormonelle Ungleichgewicht reguliert. Die Tabletten werden einmal täglich über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten eingenommen. Bei zusätzlichen Brustschwellungen und -schmerzen gibt es das Präparat Mastodynon (Bionorica), das Agnus castus mit einigen weiteren homöopathischen Substanzen kombiniert.

Auch Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Anthirheumatika wie Ibuprofen (beispielsweise in Dolormin Extra (Johnson & Johnson), Nurofen (Reckitt Benckiser), weitere Generika), Naproxen (beispielsweise in Dolormin für Frauen (Johnson & Johnson), Naproxen-1A Pharma 250mg bei Regelschmerzen (1A Pharma) und Acetylsalicylsäure (beispielsweise Aspirin (Bayer), weitere Generika) können die Bauchschmerzen wirksam lindern. Da die Wirkstoffe die Magenschleimhaut angreifen können, sollten die Medikamente nicht auf nüchternen Magen eingenommen werden.

Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) empfiehlt Acetylsalicylsäure bei Frauen mit starken Blutungen allerdings nicht. Hintergrund ist die gerinnungshemmende Wirkung des Wirkstoffs, der den Blutverlust während der Menstruation zusätzlich steigern und übermäßige Blutungen fördern kann.

Das krampflösende Spasmolytikum Butylscopolamin (Buscopan (Sanofi-Aventis)) entspannt die Muskulatur und ist in Kombination mit dem Schmerzmittel Paracetamol (Buscopan Plus (Sanofi Aventis) als Dragees oder Suppositorien erhältlich.  

Für Frauen, die aktuell nicht schwanger werden möchten, kann in besonderen Fällen die Anwendung von hormonellen Verhütungsmitteln – beispielsweise der Pille oder der Hormonspirale – eine Alternative bei Regelschmerzen sein. Die künstlichen Hormone bremsen den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, wodurch die Periodenblutung schwächer ausfällt und die Schmerzen oft komplett verschwinden.

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