RDS (Reizdarmsyndrom) – wenn der Darm nervös wird

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Foto: iStock/Tharakorn

Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen und -krämpfe gehören zu den Symptomen des sogenannten Reizdarmsyndroms – RDS. In Deutschland sind von dieser Magen-Darm-Erkrankung circa 15 Millionen Menschen betroffen.

Bei einem RDS handelt es sich um eine funktionelle Störung des Verdauungstraktes, ohne dass Mediziner:innen  eine organische Ursache für die Beschwerden feststellen können. Betroffene werden oft als Hypochonder:in stigmatisiert, was neben den ohnehin unangenehmen Symptomen zusätzlich belastend ist und kann sogar zu depressiven Verstimmungen führen.

RDS – Reizdarmsyndrom: Das sind die Symptome

Typischerweise kommt es zu Bauchschmerzen und -beschwerden, die mit Durchfall, Blähungen und Verstopfung oder einer Mischung aus allen Symptomen einhergehen können. Die Art, Ausprägung und Dauer der Beschwerden sind individuell verschieden. Je nachdem welche dominieren, wird zwischen vier Krankheitstypen unterschieden: Durchfall-, Verstopfungs-, Blähungs- und Schmerztyp. Ein RDS ist nicht gefährlich, dennoch ist der Gang zum Arzt bzw. zur Ärztin wichtig, damit nicht ernstere Darmerkrankungen wie Morbus Chron, Colitis ulcerosa, Darmkrebs, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Erkrankungen von Leber und/oder Magen übersehen werden.

Wodurch wird der Darm gereizt?

Die genauen Ursachen des RDS sind nicht bekannt. Meist kann bei Betroffenen eine stärkere Schmerzwahrnehmung (Hypersensitivität) und eine verminderte oder vermehrte Darmbeweglichkeit beobachtet werden. Es ist jedoch unklar, ob sie eine Ursache oder eine Folge der Erkrankung sind.

Eine Glutensensivität scheint beim Durchfalltyp ein ausschlaggebender Faktor zu sein. Auch ein überaktives Darmnervensystem (Darm-Hirn-Achse → Verbindung ZNS und Darmnervensystem), bakterielle Darminfekte, Veränderungen in der Darmflora, genetische Faktoren und dauerhafte Entzündungen der Darmschleimhaut können ein Reizdarmsyndrom begünstigen. Das RDS ist definitiv kein psychisches Leiden, wenn auch die Erkrankung oft mit Depression, Angststörung, Stress und psychischen Traumata einhergeht.

Therapie bei einem Reizdarmsyndrom

Das RDS ist nicht heilbar, aber eine deutliche Linderung der Beschwerden ist möglich. Durch die unterschiedlichen Symptome, Auslöser und Individuen gibt es keinen einheitlichen und allgemein gültigen Therapieansatz. Oft ist es ein langer Weg, bis die Betroffenen ihre individuelle Therapie gefunden haben, mit der sie ihre Beschwerden wirkungsvoll behandeln können. Für die Betroffenen kann es hilfreich sein, über die Beschwerden ein Tagebuch zu führen, in dem die Art, Dauer und Auslöser der Symptome sowie Begleitfaktoren dokumentiert werden. So kann eine patientenindividuelle Therapie aus Medikamenten, bestimmten Ernährungsweisen, Entspannungsmethoden oder auch Psychotherapie entwickelt werden.

Wenn der Durchfall im Fokus steht, kann kurzfristig (maximal zwei Tage ohne ärztliche Anweisung) der Wirkstoff Loperamid eingenommen werden, der die Darmbewegung hemmt. Auch Probiotika von diversen Anbietern (Kijimea Reizdarm von Synformulas, Innoval RDS von Microbiotica, alflorex von Medice, Omnibiotic 10 von Institut Allergosan, Probio-Cult von Syxyl, etc.) können sowohl bei Durchfall als auch Verstopfung eingesetzt werden und Linderung bringen. Allerdings sollte bei Obstipation auf eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Flüssigkeit geachtet werden. Bei stärkeren Beschwerden können auch Abführmittel mit Macrogol, Natriumpicosulfat oder Bisacodyl zum Einnehmen oder auch Miniklistiere sowie Zäpfchen mit Glycerol eingesetzt werden.

Wenn Bauchschmerzen und Blähungen im Vordergrund stehen, können Spasmolytika wie Butylscopolamin (Buscopan von Sanofi-Aventis), Kapseln mit Pfefferminzöl (Buscomint bei Reizdarm von Sanofi-Aventis, Sidroga Colophyt von Sidroga Gesellschaft für Gesundheitsprodukte) oder auch Präparate mit Pfefferminz- und Kümmelextrakt (Carmenthin von Schwabe Pharma) helfen. Auch Entschäumer mit Simeticon wie Lefax (Bayer vital) oder sab simplex (Pfizer) verschaffen Linderung. Für eine erfolgreiche Behandlung sollten die empfohlene Dosierung und Anwendungsdauer eingehalten werden.

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