Privater Zahnzusatz – was in Eigenleistung bezahlt werden muss

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Foto: iStock/AJ_Watt

Die Gesetzliche Krankenkasse (GKV) übernimmt in der Regel die medizinisch notwendigen Leistungen beim Zahnarzt. Welche Kosten zu individuellen Gesundheitsleistungen (iGEL) musst du übernehmen? Hier eine Übersicht.

Die iGel werden von vielen Ärzt:innen angeboten – auch von Zahnärzt:innen. In bestimmten Fällen sind sie für eine bessere Prophylaxe, Früherkennung von bestimmten Krankheitsbildern oder lediglich für das Selbstwertgefühl von Nutzen. Neben den iGeL gibt es die Zusatzleistungen, die Diagnosen aufwerten oder die Therapie angenehmer gestalten.

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) sieht beispielsweise die iGeL skeptisch, da es streng genommen in Zahnarztpraxen kaum bis keine individuellen Gesundheitsleistungen gibt. Die Zusatzleistungen werden als medizinisch notwendig anerkannt und von der GKV bezahlt. Wenn du bei einer angebotenen Leistung und deren Kostenübernahme nicht sicher bist, informiere dich vorher bei deiner Krankenkasse. Ausgenommen sind natürlich Privat- sowie Zusatzversicherte.

Privater Zahnzusatz – Zusatzleistungen von Zahnärzt:innen

Prothetik (Zahnersatz)

Nach einem Zahnverlust wird unser Gebiss und damit die Beißfunktion eingeschränkt, zudem spielt die Ästhetik eine entscheidende Rolle. Diese beiden Aspekte kann die zahnärztliche, prothetische Versorgung wiederherstellen. Dabei muss zwischen notwendiger medizinischer und ästhetisch ansprechender Versorgung unterschieden werden. Betrachten wir zum Beispiel das Material für Kronen oder Prothesen: Von den GKV wird der Zahnersatz bezahlt, allerdings nur EMF(Edelmetallfreie)-Legierungen. Bei gewünschten Edelmetall- oder Keramik-Implantaten, die beim Lachen oder Sprechen wenig auffallen, musst du teilweise in Eigenleistung treten. 

Zahnaufhellung (Bleaching)

Home-Bleaching

Das Home-Bleaching wird zuhause durchgeführt: Der Zahnarzt lässt über das zahntechnische Labor eine individuelle Schiene für deine Zähne anfertigen. Zusammen mit dem Bleaching-Gel kannst du selbst bestimmen, wie oft und in welcher Stärke gebleacht werden soll. Die Schiene kann immer wieder verwendet werden und ist daher die kostengünstige Alternative zum In-Office-Bleaching.

In-Office-Bleaching

Beim In-Office-Bleaching wird die sichtbare Oberfläche der Zähne mithilfe eines speziellen Verfahrens direkt beim Zahnarzt aufgehellt. Nach einer Vorbehandlung wird in mehreren Stufen ein Bleichmittel auf die Zahnoberfläche aufgetragen. Licht und Wärme unterstützen das Einwirken des Sauerstoffs und hellen den Zahnschmelz auf. Das Zahnfleisch soll durch ein spezielles Spanngummi, das um die Zähne gelegt wird, oder ein Gel geschützt werden.

Professionelle Zahnreinigung

Die professionelle Zahnreinigung soll Karies sowie Parodontose vorbeugen und die Zähne länger gesund halten. Verschiedene Zahnärzt:innen empfehlen, sich vierteljährlich bis jährlich professionell die Zähne sowie die Zahnzwischenräume säubern, polieren und fluoridieren zu lassen. Diese Zusatzleistung geht über das Angebot der gesetzlichen Krankenkassen hinaus, das diverse Untersuchungen sowie ein jährliches Entfernen von Zahnstein umfasst, und müssen zum Teil oder vollständig privat bezahlt werden.

Schnarchschiene (Protrusionsschiene)

Das Schnarchen bzw. Zungengrundschnarchen kann mit Zahnschienen behandelt werden. Der Auslöser ist die Erschlaffung der Zungenmuskulatur, wodurch sich der Atemkanal verengt und das typische Schnarchen entsteht. Die Protrusionsschiene schiebt den Unterkiefer vor und zieht die Zungenmuskel und das Unterkiefergewebe nach vorne. Dadurch kann sich die Rachenmuskulatur entspannen und die Atemwege werden freigehalten. Es gibt günstige und simpel gefertigte Schienen, die jedoch auf lange Sicht unangenehm sitzen können. Je individueller sie angepasst werden, desto höher der Preis und die Selbstbeteiligung. Falls du nachweisen kannst, dass die Schiene medizinisch notwendig ist, besteht die Chance auf Kostenübernahme durch die GKV.

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