Medikamente bei erektiler Dysfunktion – wenn Mann nicht mehr kann

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Kaum eine Störung ist für einen Mann so unangenehm, wie das Nachlassen seiner Potenz. Etwa die Hälfte der 60-jährigen und zwei Drittel der 70-jährigen Männer sind von einer erektilen Dysfunktion (ED) betroffen.

Was genau ist eine erektile Dysfunktion?

Als erektile Dysfunktion wird eine über einen längeren Zeitraum andauernde gestörte oder fehlende Erektion des Penis bei sexueller Erregung bezeichnet. Vor allem bei jungen Männern hat die ED in den meisten Fällen psychische Ursachen – zum Beispiel Versagensängste, Depressionen, Partnerschafts- oder Persönlichkeitskonflikte. Aber auch organische Ursachen wie Traumata oder neurologische Erkrankungen kommen infrage.

Arterielle oder venöse Durchblutungsstörungen oder ein hormonelles Ungleichgewicht können eine Potenzstörung auslösen. Risikofaktoren für eine ED sind zum Beispiel Diabetes mellitus, Hypertonie, Hyperlipidämie und Nikotinabusus. Eine ärztliche Abklärung ist unerlässlich, damit gerade bei höherem Alter keine schweren Grunderkrankungen übersehen werden.

Welche Medikamente können bei einer erektilen Dysfunktion helfen?

Nach einer umfangreichen Diagnostik in einer Fachpraxis (Urologie oder Neurologie) wird je nach Ursache eine entsprechende Therapie eingeleitet. Bei psychischen Ursachen für eine erektile Dysfunktion kann eine Psycho- oder Sexualtherapie mit dem/der Partner:in hilfreich sein. Nach Behandlung der Grunderkrankung bei organischen Ursachen kann eine Pharmakotherapie mit folgenden Mitteln eingeleitet werden:

 

  • PDE-5-Hemmer: In Deutschland sind die verschreibungspflichtigen Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer) zugelassen, von denen es auch Generika und/oder Importe gibt. Hierzu gehören Sildenafil (Viagra [Pfizer]), Vardenafil (Levitra [Bayer Pharma]), Tadalafil (Cialis [Pharma Gerke]) und Avanafil (Spedra (Vivus; Vertrieb durch Berlin-Chemie). Durch die Blockade des Enzyms Phosphodiesterase-5 entspannt sich die Penismuskulatur, die Blutgefäße weiten sich und die Schwellkörper füllen sich mit Blut, wenn der Mann sexuell erregt ist. Die vier Wirkstoffe unterscheiden sich hinsichtlich des Wirkeintritts und der -dauer. Als Nebenwirkungen können Kopfschmerzen, Flush, Sodbrennen und bei Tadalafil ebenfalls Rückenschmerzen auftreten. Kontraindiziert sind die PDE-5-Hemmer bei gleichzeitiger Einnahme von Nitraten und Molsidomin sowie Alpha-1-Rezeptorblockern. Auch bei bestimmten Vorerkrankungen wie Schlaganfall oder bestimmten Lebererkrankungen dürfen sie nicht verordnet werden.

 

  • Testosteron: Das männliche Geschlechtshormon kann bei einem Mangel entweder intramuskulär injiziert oder in Form von Gelen appliziert werden. Oft bessern sich allein dadurch die Potenzprobleme oder auch in Kombination mit PDE-5-Hemmern.

 

  • Alprostadil (Prostaglandin E1): Gewebshormon Alprostadil erweitert die Blutgefäße stark und entspannt die Muskulatur. Es wird lokal in den Schwellkörper gespritzt (SKAT: Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie) und ist als Fertigarzneimittel unter dem Namen Caverject (Pfizer) erhältlich. Außerdem kann es als wirkstoffhaltiges Stäbchen Muse (Mylan Healthcare) in die Harnröhre eingeführt werden. Das Wort MUSE steht dabei für „medikamentöses Urethrales System zur Erektion“. Zusätzlich kann das Prostaglandin in Form einer Creme (Vitaros [Ferring Arzneimittel]) in die Harnröhre appliziert werden. Der Wirkstoff Alprostadil funktioniert im Gegensatz zu den PDE-5-Hemmern auch bei nicht intakten Nervenbahnen und ist somit bei querschnittsgelähmten sowie nicht sexuell erregten Männern effektiv. Es besteht die Gefahr, dass gefürchtete Dauererektionen auftreten und je nach Applikationsart können der Schwellkörper oder die Harnröhre geschädigt werden.

 

  • Yohimbin: Nur noch selten und vor allem bei Erektionsstörungen mit psychischen Ursachen wird der α2-Adrenorezeptor-Antagonist Yohimbin eingesetzt. Der Wirkstoff erhöht den Blutzufluss in den Penis und steigert auf seelischer Ebene die Libido. Die Wirkung setzt erst nach zwei bis drei Wochen ein. Es gibt viele verschiedene homöopathische Mittel und die verschreibungspflichtigen Tabletten Yocon-Glenwood (Cephlapharm) mit je 5 mg Yohimbin.

 

Äußerste Vorsicht gilt bei dubiosen Internetangeboten: Bestenfalls sind die Mittel wirkungslos, schlimmstenfalls lebensgefährlich.

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