Kleine Plagegeister auf der Haut – Beratungstipps bei Insektenstichen

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Im Sommer kommt es vermehrt zu unangenehmen Insektenstichen, da die wohlige Wärme nicht nur uns, sondern auch die lästigen Kleintiere rauslockt. Folgen sind beispielsweise Juckreiz und Rötung – was kann helfen?

Manche Insekten stechen zur Verteidigung, andere benötigen Blut für deren Fortpflanzung. Die Rede ist von Stechmücken, Bremsen, Kriebelmücken, Zecken, Grasmilben oder Flöhen. Was passiert bei einem Insektenstich?

Insektenstiche: Achtung bei Allergikern

Wenn ein Insekt sticht, wird Gift oder Speichel in die Haut des Opfers injiziert. Beides enthält entzündungsauslösende Stoffe – wie biogene Amine und Kinine, die im umliegenden Gewebe eine Histamin-Ausschüttung bewirken. Ein Stich kann schmerzen, brennen oder stark jucken und ist normalerweise nicht gefährlich. Es sei denn, die Person reagiert allergisch.

Wenn die die betroffene Stelle stark anschwillt, unerträglicher Juckreiz und/oder Hautausschlag auftritt, sollte schnellstmöglich eine Arztpraxis aufgesucht werden. Falls es zusätzlich zu Atemnot, Herzklopfen oder Schwindel kommt, muss unverzüglich der Rettungsdienst gerufen werden, da ein lebensbedrohlicher anaphylaktischer Schock vorliegen kann. In seltenen Fällen können auch Bakterien in die Einstichstelle eingebracht werden, die schwere Entzündungen auslösen können und meist antibiotisch behandelt werden müssen.

Insektenstiche behandeln – was kann helfen?

Verbleibt ein Stachel mit Giftblase in der Einstichstelle (meist bei Bienenstichen), muss er unverzüglich entfernt werden. Am besten durch Kratzen mit dem Fingernagel und nicht mit einer Pinzette, um die Giftblase nicht durch ein Zusammendrücken zu entleeren. Schnelle Linderung verschaffen Hausmittel wie kühlende Umschläge mit Essigwasser (Verhältnis 1:3) oder das Auflegen einer Zwiebel, die desinfizierend und zusammenziehend wirkt. Auch ein Thermostichheiler wie bite away (Mibetec), der durch Wärmeeinwirkung (ca. 50 Grad) die Histamin-Ausschüttung im Gewebe vermindert und die Weiterleitung des Jucksignals an das Gehirn unterbricht. Da die Anwendung nicht ganz schmerzfrei ist, sollte ein Stichheiler bei Kindern nur angewendet werden, wenn sie das Wirkprinzip verstehen.

Welche Arzneimittel gibt es in der Apotheke?

Schnelle Linderung verschaffen kühlende Gele mit Antihistaminika wie Dimentinden (Fenistil Gel von GlaxoSmithKline (GSK)) oder Bamipin (Soventol Gel von Medice). Beide Präparate dürfen bei Kleinkindern punktuell angewendet werden. Das Antihistaminikum Tripelenamin enthält der Azaron Stift (Omega Pharma), der praktisch für unterwegs und ebenfalls für die ganze Familie geeignet ist. Das anthroposophische Combudoron Gel (Weleda) enthält Extrakte aus Arnica sowie Brennnessel und lindert den Juckreiz wirkungsvoll und schnell.

Bei entzündeten Insektenstichen kann ab sechs Jahren ein Präparat mit Hydrocortison bis zu dreimal täglich angewendet werden. Es wirkt entzündungshemmend, abschwellend und stärker juckreizlindernd. Je nach Stärke der Beschwerden gibt es Cremes (beispielsweise Fenihydrocort Creme von GSK oder Soventol Hydrocort Creme von Medice), Sprays (Soventol Hydrocort Spray von Medice) oder auch kühlende Quasiemulsionen (Soventol Hydrocortisonacetat Cremogel von Medice) mit entweder 0,25% oder 0,5% Hydrocortisonacetat. Die „Cremogel“-Formulierung wirkt dem Hersteller zufolge als galenischer Wirkverstärker, da der Wirkstoff besonders schnell freigesetzt und in die Haut aufgenommen wird. Das Spray kann berührungsfrei appliziert werden.

Im Handel finden sich viele, meist kosmetische Produkte, die Substanzen wie Menthol oder Alkohol enthalten. Sie lindern den Juckreiz physikalisch, durch die auf der Haut entstehende Verdunstungskälte – zum Beispiel Fenistil Kühl Roll-On (GSK), Soventol Anti-Juck Spray oder Stift (beide von MEDICE). Bei sehr zahlreichen Insektenstichen mit starkem Juckreiz besteht die Möglichkeit ein Antihistaminikum oral einzunehmen. Geeignet sind Fenistil Tropfen (zugelassen ab einem Jahr) von GSK mit dem Wirkstoff Dimetinden oder ein Cetirizin-Präparat in Form von Tropfen, Saft oder Tabletten.

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