Kinderwunsch – welche Rolle spielt Folsäure bei der Planung?

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Foto: iStock/laflor

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Welche Faktoren spielen eine ausschlaggebende Rolle beim Kinderwunsch? Wie kann deine Kundin die fruchtbaren Tage am besten selbst berechnen? Tipps und Empfehlungen findest du in unserem heutigen Beitrag.

Kinderwunsch

Die individuelle, selbst verantwortete Planung bei Kinderwunsch ist für viele Paare eine Selbstverständlichkeit. Um gezielt schwanger zu werden, ist es erforderlich, die fruchtbaren Tage zu kennen. Die Eizelle bleibt nach dem Eisprung ungefähr 24 Stunden befruchtungsfähig. Spermien überleben im Körper der Frau etwa fünf Tage. Für eine Konzeption ist Geschlechtsverkehr daher im Zeitraum von zwei Tagen vor und einem Tag nach dem Eisprung optimal. Allerdings kann es auch davor oder danach zu einer Schwangerschaft kommen.

Wer die fruchtbaren Tage möglichst genau ermitteln will, kann Testsysteme zu Hilfe nehmen, die hormonelle Veränderungen und/oder die Körpertemperatur messen. Zu Beginn der fruchtbaren Phase nimmt der Estradiol-Spiegel sprunghaft zu und erreicht innerhalb von etwa 24 Stunden ein Maximum. Der LH-Spiegel steigt um den 14. Tag steil an und löst den Eisprung aus. Kurz danach erhöht sich die basale Körpertemperatur um etwa 0,5 °C. Aus diesen Veränderungen lassen sich die fruchtbaren Tage relativ genau bestimmen.

Frauen können den Verlauf der Körpertemperatur verfolgen und ihren Eisprung selbst berechnen. Fruchtbarkeitskalender, wie man sie auch im Internet findet, können dabei hilfreich sein. Komfortabler sind Minicomputer, die die gemessenen Werte über viele Zyklen speichern und die fruchtbaren Tage anzeigen. Mittels Teststäbchen lässt sich LH im Urin leicht bestimmen. Entsprechende Geräte sind beispielsweise: Persona®: Bestimmung von Estrogen und LH aus dem Urin über Teststreifen, die in einem Monitor ausgelesen werden.

Folsäure-Supplementierung bei Kinderwunsch

Viele Frauen kennen die Empfehlung, in der Schwangerschaft Folsäure einzunehmen. Dies ist jedoch nicht ausreichend. Um das Risiko eines Neuralrohrdefektes des Kinders optimal zu senken, müssen Frauen schon vor der Schwangerschaft mit der Einnahme beginnen. Bereits in der frühen Embryonalphase, nämlich zwischen dem 22. und dem 27. Tag, entsteht beim Embryo das sogenannte Neuralrohr, dessen Lumen später den Zentralkanal des Rückenmarks bildet. Gerade in dieser Zeit, in der viele Frauen noch gar nicht wissen, dass sie schwanger sind, ist ein ausreichender Folsäurespiegel wichtig. Um eine optimale Versorgung aufzubauen, sollte mit der Folsäuresupplementierung frühzeitig begonnen werden.

Große Interventionsstudien haben gezeigt, dass durch die perikonzeptionelle Gabe von Folsäure das Risiko eines Neuralrohrdefektes um bis zu 75 % gesenkt werden kann. Des Weiteren reduziert Folsäure die Häufigkeit von angeborenen Herzfehlern, Fehlbildungen der ableitenden Harnwege sowie von Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten.

Frauen, die schwanger werden wollen oder nicht konsequent verhüten, sollten täglich 400 µg Folsäure zur Prophylaxe eines Neuralrohrdefektes einnehmen. Diese Supplementierung sollte spätestens vier Wochen vor der Schwangerschaft beginnen und bis zum Ende des ersten Trimenons beibehalten werden. Viele Gynäkologen halten die offiziell empfohlene Dosis von 400 µg Folsäure für zu niedrig und raten zu 800 µg. Frauen, die bereits mit einem Kind schwanger waren, das einen Neuralrohrdefekt hatte, sollten über den gleichen Zeitraum täglich 4 mg Folsäure einnehmen.

Folsäure wird im Körper in seine physiologische Wirk- form 5,6,7,8-Tetrahydrofolat umgewandelt. Diese Umwandlung ist bei manchen Menschen durch genetisch bedingte Enzym-Veränderungen begrenzt. Die aufgenommene Folsäure kann dann nicht optimal in ihre Wirkform überführt werden, was im Falle einer Schwangerschaft mit einem er- höhten Risiko für einen Neuralrohrdefekt einhergeht. Ob bei einer Frau eine solche Genvariante vorliegt, ist in der Regel nicht bekannt. Wer ganz sichergehen möchte, sollte des- halb direkt den aktiven Metaboliten (Metafolin®) zuführen.

Weitere nützliche Informationen findest du im medizinisch-pharmazeutischen Leitfaden "Beratung aktiv Selbstmedikation".

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