Impfen beim Hausarzt: Comirnaty in der Praxis

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Foto: iStock/Pridannikov

Nach Ostern sollen die ersten COVID-19-Impfungen in den Hausarzt-Praxen vorgenommen werden. Doch wie soll der Ablauf genau aussehen? Welche Details müssen die Arztpraxen und vor allem die Vor-Ort-Apotheke beachten?

Die ABDA hat gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der PHAGRO (Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels e. V.) und dem Bundesministerium für Gesundheit ein Organisationsmodell für die Bestellpraxis abgestimmt.

Das Bundesgesundheitsministeriums gibt vor, dass die pharmazeutischen Großhändler die Apotheken mit den Corona-Impfstoffen beliefern sollen. Den Anfang macht dabei Comirnaty von BioNTech mit der Pandemie-Sonder-PZN 17377588. Er soll deutschlandweit in einem fairen Verhältnis – unter Berücksichtigung des Bevölkerungsschlüssels der Länder – verteilt werden.

Jedem Hausarzt bzw. jeder Hausärztin wird zunächst eine Mindestmenge von drei Vials – also 18 Impfdosen – pro Woche zugesprochen. Es können jedoch grundsätzlich bis zu 50 Dosen pro Arztnummer und Rezept angefordert werden, die bei eventuellen Lieferschwierigkeiten auf 18 Dosen eingekürzt werden können. Das bedeutet, dass eine Gemeinschaftspraxis mit beispielsweise drei Hausärzt*innen mindestens neun Vials erhält, die separat mit jeweils einer anderen Arztnummer verordnet werden müssen.

Impfen beim Hausarzt: Ablauf und wichtige Faktoren für die Apotheke

Die Ärzt*innen müssen die Bestellung bei der sie primär beliefernden Apotheke wöchentlich bis spätestens Dienstag 12 Uhr aufgeben, damit sie bis spätestens 15 Uhr an den Großhandel übermittelt werden kann. Falls ein*e Ärzt*in generisch 50 Einzeldosen Corona-Impfstoff bestellt, muss die Apotheke sie vor der MSV3-Bestellung in Vials umrechnen.

Jede Impfstoff-Order muss pro Ärzt*in einzeln an den Großhandel übermittelt werden, damit dieser gegebenenfalls auf die Mindestbestellung kürzen kann. Einen Tag später – mittwochs ab 15 Uhr – erfährt die Apotheke, wie viele Vials dem einzelnen Hausarzt zugeteilt werden konnten. Diese Anzahl kann anschließend der Hausarzt-Praxis übermittelt werden, damit sie eine entsprechende Anzahl seiner Patient*innen zur Impfung einplanen kann.

In der Apotheke kommen die Vials zusammen mit dem jeweiligen Impfzubehör an, das der Großhandel beilegen muss – in einer Kühlbox samt Kühlelementen und Halterungen, um die Erschütterungen gering zu halten. Weitere Informationen zum Impfen beim Hausarzt und dem richtigen Umgang mit den Impfstoffen kannst du bei der ABDA im geschützten Bereich einsehen.

Dokumentation: Einhaltung der Grenzwerte und mehr

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, die Temperatur zu dokumentieren, da die Einhaltung der Grenzwerte und die Auftauzeiten bei Comirnaty einen ganz besonders hohen Stellenwert haben. Damit das Impfen beim Hausarzt einwandfrei abläuft, sind folgende Punkte zu berücksichtigen und festzuhalten:

  • Name des Großhandels
  • Gelieferter Impfstoff samt Charge
  • Lieferdatum
  • Uhrzeit der Lieferung
  • Zeitpunkt der Auftauphase (kann den Aufzeichnungen des Großhandels entnommen werden)
  • Temperatur bei Anlieferung
  • Arztpraxis, die den Impfstoff erhält
  • Uhrzeit der Übergabe an die Praxis
  • Temperatur bei der Übergabe
  • Unterschrift des Erhalts durch die Praxis
  • Unterschrift des Lieferanten nach der Abgabe

Grundsätzlich sind diese Aufzeichnungen fünf Jahre lang aufzubewahren.

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