Hilfe – mein Kind hat Kopfläuse!

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Foto: iStock/invincible_bulldog

Im Herbst und Winter haben Kopfläuse in Kindergärten und Schulen Hochsaison. Passend zu unserem Themenmonat „Tiere“ stellen wir dir alles Wissenswerte rund um Kopflaus-Befall und effektive Behandlungsoptionen vor.

Kopfläuse sind kleine Parasiten, die sich im Haaransatz von Menschen einnisten, sich von deren Blut ernähren und ihre Eier ablegen. Diese winzigen Insekten sorgen mit ihren Bissen für einen Juckreiz und sind alles andere als angenehm. Gut zu wissen: Kopflaus-Befall resultiert nicht aus mangelnder Hygiene.

Kopfläuse: Behandlungsoptionen in der Selbstmedikation

Wichtig ist, dass der Läusebefall schnell und vor allem richtig behandelt wird. Hausmittel wie Mayonnaise, Essig, ein Gang in die Sauna oder besonders heißes Föhnen der Haare macht den Plagegeistern gar nichts aus. Im Gegenteil – letzteres kann sogar zu Verbrennungen auf der Kopfhaut führen. Das radikale Kürzen der Haare oder Scheren einer Glatze ist unnötig, da wirksame Substanzen zur Behandlung verfügbar sind. Für alle Läusemittel aus der Apotheke gleichermaßen gilt: Die gesamten Kopfhaare sollten ausreichend benetzt und die Einwirkzeit genau eingehalten werden. Außerdem sollte an eine eventuelle Wiederholung der Behandlung nach sieben bis zehn Tagen gedacht werden. Diese Empfehlung richtet sich nach dem jeweiligen Herstellerangaben.

Mit einem sogenannten Nissenkamm können nach der Behandlung die leeren Eihüllen (Nissen) aus den feuchten Haaren entfernt werden. Manchen Produkten liegen diese Kämme mit besonders engstehenden Zinken bei. Sie können aber auch separat gekauft werden, beispielsweise Rausch Nissenkamm, Jacutin Nissenkamm oder der Nyda Läuse- und Nissenkamm aus Metall.

In der Apotheke gibt es verschiedene Läusemittel, die grob in zwei Gruppen eingeteilt werden können. Das sind zum einen Arzneimittel, die auf das Nervensystem der Kopfläuse und somit pharmakologisch wirken. Zum anderen gibt es die physikalisch wirksamen Medizinprodukte.

Arzneimittel: Diese Substanzen auf chemischer oder pflanzlicher Basis haben eine neurotoxische Wirkung. Sie lähmen die Läuse und töten sie wirksam ab. Meist sind Extrakte aus Chrysanthemenblüten wie Pyrethrum (zum Beispiel in Goldgeist forte (Eduard Gerlach) enthalten), Allethrin (derzeit in Deutschland kein Fertigarzneimittel im Handel) oder Permetrin (beispielsweise in Infectopedicul Lösung (Infectopharm)). Aufgrund von allergischen Reaktionen und Nebenwirkungen werden diese Produkte nur noch selten verlangt oder verordnet.

Medizinprodukte: Shampoos oder Lösungen mit dünnflüssigen Silikonölen wie Dimeticon oder Neemöl (zum Beispiel in Licener Shampoo gegen Kopfläuse (Hennig Arzneimittel)) dringen aufgrund ihrer guten Spreiteigenschaften tief in die Atemöffnungen und führen zum Ersticken von Larven sowie adulten Kopfläusen. Manche Produkte greifen aufgrund ihrer Eigenschaften auch die Nissen an und töten sie ab. Hier ist laut Hersteller keine Zweitbehandlung erforderlich. Präparate mit Dimeticon sind unter anderem Nyda Läusespray (G. Pohl-Boskamp), Dimet 20 (Pädia), Hedrin Once Spray Gel und Liquid Gel (Stada Arzneimittel). Auch das dickflüssige Paraffin in Mosquito med Läuse-Shampoo Wepa Apothekenbedarf) verstopft zügig die Atemöffnungen der Parasiten und lässt sie ersticken.

Kopflaus-Befall: Präparate zur Prävention

Das Weidenrinden Spezial-Shampoo von (Rausch) enthält Weidenrindenextrakt sowie Thymianöl und soll auf diese Weise mild vor Kopflaus-Befall schützen. Aus der gleichen Serie gibt es eine Spülung und ein Spray.

Das Biozidprodukt Antijump Läuse Abwehr-Spray (Hennig Arzneimittel) enthält einen Extrakt aus Zitroneneukalyptus, ein ein bis zu zwölf Stunden wirksames Insektenschutzmittel, das für Kinder ab einem Jahr zugelassen ist. Dem Hersteller zufolge wird bei diesem Präparat der Mensch von den Kopfläusen nicht mehr als Wirt erkannt.

Eine zwei- bis dreitägige Wirkdauer verspricht Hedrin Protect & Go Spray (Stada Arzneimittel). Das Präparat wird wie ein Conditioner nach der Haarwäsche angewendet und enthält Dimeticon und Octan-1,2-diol 1% w/W (besser bekannt unter dem Markennamen Actividiol) in einer Präventivdosierung. Das Produkt wirkt rein physikalisch. Es ist für Erwachsene und Kinder ab sechs Monaten sowie für Schwangere und Stillende geeignet. Krabbelt eine Laus auf den Kopf, wird ihre Wachsschicht aufgeweicht und führt zu ihrem Tode, bevor sie sich dort vermehren kann.

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