Helicobacter pylori – kleiner Quälgeist im Magen

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Foto: iStock/K_E_N

Helicobacter pylori (H. pylori) ist ein gramnegatives, mikroaeropiles Stäbchenbakterium, das die Magenschleimhaut besiedelt und dort verschiedene Erkrankungen verursachen kann. Was du für die Beratung wissen solltest.

H. pylori ist von Mensch zu Mensch übertragbar, allerdings ist der genaue Übertragungsweg noch ungeklärt. Vermutet wird eine fäkal orale Übertragung (durch Speichel, Stuhl oder Erbrochenes). Expert:innen gehen davon aus, dass jeder Zweite über 60 Jahren mit dem Erreger infiziert ist. Aber auch bei Kindern lassen sich bereits Infektionen nachweisen.

Helicobacter pylori: Warum tötet die Magensäure den Keim nicht ab?

Das Bakterium ist ein wahrer Überlebenskünstler. Es kann sich mittels Geißeln im Magen fortbewegen und sezerniert eine Reihe von schleimhautschädigenden Enzymen sowie Substanzen, die die körpereigene Abwehr behindern, beispielsweise das Enzym Urease. Mit diesem Enzym kann Helicobacter pylori im Magen den vorliegenden Harnstoff in Kohlendioxid und Ammoniak spalten. Es entstehen alkalische Ammoniumionen, mit denen sich das Bakterium einhüllt. So ist es vor der aggressiven Magensäure geschützt und kann leichter in die Schleimhaut eindringen und dort chronische Entzündungen hervorrufen.

Welche Krankheiten werden durch H. pylori verursacht?

Auch wenn viele Infizierte symptomfrei sind, kann eine chronische Magenschleimhautentzündung früher oder später ein Magen-, ein Zwölffingerdarmgeschwür oder schlimmstenfalls auch Magenkrebs verursachen. Deshalb sollte beim Auftreten von typischen Gastritis-Symptomen wie Schmerzen im Oberbauch, Völlegefühl, Übelkeit, Gewichtsverlust, Sodbrennen oder Appetitlosigkeit schnellstmöglich eine Ärztin bzw. ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursachen der Beschwerden sicher abklären zu lassen.

Wie wird eine Infektion festgestellt?

In der Regel wird die Infektion bei einer Magenspiegelung festgestellt. Von auffälligen Läsionen in der Schleimhaut werden Gewebeproben entnommen und histologisch untersucht. Zusätzlich besteht die Möglichkeit den Krankheitserreger mittels Stuhlprobe oder Harnstoffatemtest nachzuweisen. Bei dem Atemtest nehmen Patient:innen ein Harnstoffpräparat mit markierten Kohlenstoffisotopen zu sich. Die von Helicobacter pylori produzierte Urease spaltet sie und das freiwerdende Kohlendioxid (mit den markierten Isotopen) kann in der Ausatemluft nachgewiesen werden.

Weniger aussagekräftig ist die Bestimmung des Antikörpertiters im Blut, da man eine akute oder bereits durchgemachte und behandelte Infektion nicht bestätigt werden kann.

Infektion mit Helicobacter pylori: Wie sieht die Behandlung aus?

Wenn der Betroffenen keinerlei Symptome verspürt, muss eine nachgewiesene Infektion mit H. pylori nicht zwingend behandelt werden. Man sollte sich nur dessen bewusst sein, dass die Entzündung nicht von alleine ausheilt und sich jederzeit verschlimmern kann. Auch eine naturheilkundliche Behandlung oder auch eine spezielle Diät sind unwirksam.

Einzig erfolgversprechend ist die sogenannte Eradikationstherapie mit Antibiotika. Dazu werden über einen festgelegten Zeitraum (meist sieben oder 14 Tage) bei der Triple-Therapie zwei verschiedene Antibiotika und ein Protonenpumpenhemmer (PPI, meist Pantoprazol oder Omeprazol) eingenommen. Unterschieden wird das französische (Amoxicillin und Clarithromycin) und das italienische Schema (Metronidazol und Clarithromycin). Das Ziel ist die totale „Ausrottung“ des Keimes, die Eradikation. Wenn die Triple-Therapie nicht zum Erfolg führt, schließt sich eine Quadruple-Therapie mit einem Tetracyclin, Metronidazol, einem Bismutsalz und einem PPI an.

Zusätzlich sollte auf Kaffee, Alkohol und Tabakrauch verzichtet und auf eine reizarme, magenschonende Kost ohne scharf gewürzte, fette und besonders süße Speisen geachtet werden.

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