Haarausfall bei Frauen und Männern – Ursachen und Mittel

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Foto: iStock/Totojang

Glänzendes und volles Haar erfüllt das gängige Schönheitsideal. Bei vermehrtem Haarausfall haben viele mit Ängsten und Scham zu kämpfen. Doch wann wird von krankhaftem Haarausfall gesprochen? Und was kann dagegen helfen?

Verschiedene Arten von Haarausfall und ihre Ursachen

Wenn du über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare pro Tag verlierst, wird von einem krankhaften Haarausfall gesprochen. Es werden drei Arten unterschieden:

  1. der erblich bedingte androgenetische Haarausfall (Alopecia androgenetica),
  2. der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata),
  3. und der diffuse Haarausfall (telogenes Effluvium).

Am häufigsten tritt der durch Androgene hervorgerufene Haarausfall auf – bei Männern zu 80 Prozent, bei Frauen zu 50 Prozent. Es handelt sich um eine normale Erscheinung des Älterwerdens und wird daher nicht als Krankheit angesehen. Er zeigt sich durch das Zurücktreten der Stirn-Haar-Grenze, durch Entstehung von Geheimratsecken, der Ausbildung einer Tonsur bei Männern und durch Lichtung im Bereich des Mittelscheitels bei Frauen.

Die genauen Ursachen der Alopecia areata sind noch unklar. Es wird eine Autoimmunerkrankung vermutet, von der sowohl das Haupthaar als auch die übrige Körperbehaarung betroffen sein können. Es kommt zu einem runden, lokal begrenzten und krankhaften Haarausfall. Der diffuse Haarausfall kann vielfältige Auslöser haben – zum Beispiel Medikamente (Betablocker, Antikoagulantien), Erkrankungen (Lupus, Diabetes mellitus, Morbus Crohn, Bulimie, Eisenmangel), Vergiftungen (Thallium, Pestizide) oder Hormonschwankungen (Wechseljahre, Schwangerschaft, Stillzeit) – und tritt häufiger bei Frauen auf.

Therapieformen von hormonell bedingtem Haarausfall

Oft suchen die besorgten Patient:innen in der Apotheke Rat. Bei kreisrundem Haarausfall oder einem Hinweis auf eine ernsthafte Grunderkrankung müssen die Kund:innen an einen Arzt verwiesen werden. Er kann eine umfangreiche Diagnostik veranlassen und eine erforderliche Therapie einleiten.

Für Männer ist zum Beispiel der 5α-Reduktase-Hemmer Finasterid geeignet, der das Fortschreiten des erblich bedingten Haarverlusts stoppen und das Haar wieder verdichten kann. Die Tabletten mit einem Milligramm Wirkstoff müssen über mindestens drei bis sechs Monate eingenommen werden.

Auch Anti-Baby-Pillen mit einer antiandrogenen Gestagenkomponente wirken dem Haarausfall entgegen, allerdings nur bei hormonellen Auslösern. Gegen kreisrunden Haarausfall wird neben hoch dosiertem Zink eine lokale Glucocorticoidtherapie eingesetzt.

Präparate ohne Rezeptpflicht – Beratungstipps

Für Männer und Frauen eignet sich das Haarwasser Ell-Cranell (Galderma Laboratorium) mit dem Wirkstoff Alfatradiol (= Stereoisomer von 17β-Estradiol), der das lokale Absterben der Haarwurzel lokal mindert. Systemische Nebenwirkungen sind bei sachgemäßer Anwendung in der Regel nicht zu erwarten. Das Präparat muss einmal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen werden und ist zur Langzeitanwendung geeignet.

Ursprünglich als Mittel gegen Hypertonie entwickelt, wird der Wirkstoff Minoxidil heute fast ausschließlich gegen androgenetischen Haarausfall eingesetzt. Aufgrund des lokalen Auftragens auf die Kopfhaut stoppt es nicht nur den Haarausfall, sondern fördert ebenfalls das Wachstum neuer Haare, indem es die Blutgefäße weitet und die Nährstoffversorgung der Haare verbessert. Der Wirkstoff ist als Schaum (Regaine von Johnson & Johnson) für Frauen und Männer mit fünf Prozent Wirkstoffgehalt erhältlich. Außerdem sind Minoxidil-haltige Lösungen zur Anwendung auf der Kopfhaut (Regaine und diverse andere Hersteller) für Männer mit fünf Prozent Wirkstoffgehalt und für Frauen mit zwei Prozent Wirkstoffgehalt im Handel.

Im NRF finden sich Individualrezepturen, in denen Minoxidil beispielsweise mit Estradiol kombiniert werden kann sowie reizärmere Hilfsstoffe – als in den Fertigarzneimitteln – eingesetzt werden können.

Weitere Tipps zu Pflegeprodukten gegen Haarausfall

Um Haarausfall vorzubeugen, sollten möglichst milde Reinigungs- und Pflegeprodukte eingesetzt werden. Auf zu heißes Föhnen sowie den Einsatz von Glätteisen oder Lockenstab sollte verzichtet werden. Es ist besser, die Haare an der Luft trocknen zu lassen. Aggressive Haarfarben und Blondierungen greifen die Haaroberfläche und die Kopfhaut an – Tönungen hingegen (am besten vom Friseur durchgeführt) sind wesentlich schonender.

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