Erst PKA, bald PTA: „Nochmal würde ich den ganzen Stress nicht mitmachen“

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Foto: iStock/AzmanJaka

Für beruflichen Erfolg sind Erfahrung und eine stetige Fort- sowie Weiterbildung wichtig. Die PKA Şuheda Öztürk (22) holte nicht nur ihr Fachabitur nach, sondern steht auch kurz davor, die PTA-Ausbildung abzuschließen.

Hallo Şuheda. Du wurdest erst PKA, jetzt bist du bald PTA. Wie kam es dazu?

Einen großen Anteil daran hat eine frühere, ein paar Jahre ältere Arbeitskollegin, die ebenfalls PKA war. Sie hat mir viel zugetraut und Mut gemacht. Sie meinte immer wieder, dass ich vorne arbeiten kann. Auch mein jetziger Chef hat mich unterstützt und sogar persönlich auf der PTA-Schule angemeldet. Er übernimmt auch die Kosten für meine Weiterbildung zur Wundmanagerin, die im November diesen Jahres beginnen wird. Ich bin beiden sehr dankbar!

Ist es nicht anstrengend, mit einem gewissen Alter nochmal die Schulbank zu drücken, obwohl man eigentlich denkt, dass die Zeit hinter einem liegt?

Es ist anstrengend, es lohnt sich aber auch. Ich habe die monatlichen Kosten für die Schule in Höhe von 210 Euro selbst bezahlt, aber die Hälfte des Bahntickets zum Beispiel hat mein Chef übernommen. Um die Kosten zu decken, habe ich parallel als PKA weitergearbeitet. Gleichzeitig musste ich dann natürlich lernen. Meine Mutter war eine große Hilfe dabei, sie hat mir den Rücken freigehalten und Zeit zum Lernen verschafft. Im Sommer stehen meine letzten Prüfungen an. Nochmal würde ich den ganzen Stress wahrscheinlich nicht mitmachen.

Foto: privat

Inwiefern hat sich der Aufwand denn gelohnt?

Es war immer mein Traum, vorne zu arbeiten. Spätestens als meine Kollegin mich ermutigt hat, habe ich auch begonnen, an mich zu glauben. Als PKA kannte ich natürlich schon die Abläufe in der Apotheke. Es fühlt sich jetzt einfach rund an. Und ich kann als PTA dann später natürlich auch besser verdienen.

Was gefällt dir daran, am HV-Tisch zu arbeiten?

Am meisten die Gespräche mit den Kund*innen und der Augenkontakt mit ihnen. Sie kommen mit ihren Sorgen und Problemen, aber auch Geschichten. Sie persönlich anstatt telefonisch zu beraten und ihnen zu helfen, wird mich, so hoffe ich es, erfüllen.

Du hast vor ein paar Jahren auch dein Fachabitur nachgeholt. Kannst du dir vorstellen, demnächst auch Pharmazie zu studieren?

Auch wenn ich jeder und jedem PKA wärmstens empfehlen kann, sich weiterzubilden, muss ich für mich selbst sagen, dass ich erst einmal genug habe. Pharmazie möchte ich nicht studieren. Die PTA-Ausbildung war schon eine Herausforderung für mich. Schwer war es für mich vor allem bei all den sozialen Medien, mich beim Lernen zu konzentrieren.

Wie hat sich das genau geäußert?

Heutzutage ist man fast auf jeder Plattform vertreten: Facebook, Instagram, Snapchat... Sie werden immer mehr zu Zeitfressern. Mir geht es nicht anders. Ich habe für mich die Lösung gefunden, dass ich beim Lernen regelmäßig den Flugmodus eingeschaltet habe, um mich besser konzentrieren zu können.

Deine Social-Media-Kenntnisse helfen dir jetzt aber auch jetzt in der Apotheke.

So ist es. Ich kümmere mich zusammen mit einer Kollegin um unsere Accounts auf Insta und Co. Die Zahl unserer Follower steigt zwar langsam, aber stetig. Je mehr Zeit man investiert, desto mehr Follower kommen. Die Reichweite und die Kommentare motivieren einen dann auch, mehr und weiter zu machen. Das macht auf jeden Fall Spaß.

Viele Apotheken verzichten auf Social Media oder vernachlässigen die Pflege ihrer Accounts.

Das kann ich nicht nachvollziehen. Internet und Social Media sind im 21. Jahrhundert das A und O. Social Media ist in meinen Augen für Apotheken sehr wichtig.

Vielen Dank für das Interview, liebe Şuheda!

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