Dysbiose der Vaginalflora – das vaginale Mikrobiom im Ungleichgewicht

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Foto: iStock/SvetaZi

Die Dysbiose der Vaginalflora gehört zu den häufigsten gynäkologischen Störungen, die dir in der Apotheke begegnet. Alles zur Scheideninfektion und wie du deine Kund:innen optimal beraten kannst, verrät der heutige Beitrag.

Unser Themenmonat zur Frauen- und Männergesundheit startet mit der Dysbiose. Die Vaginalflora ist normalerweise mit säurebildenden Bakterien besiedelt. Wenn die natürliche Schutzbarriere zur Abwehr krankmachender Keime gestört ist, können sich pathogene Keime ausbreiten und Beschwerden verursachen.

Wusstest du, dass der Aufbau einer ausgeglichenen Vaginalflora bereits bei der Geburt beginnt? Ab diesem Zeitpunkt werden die nützlichen Lactobazillen oral aufgenommen. Sie erzeugen ein saures Scheidenmilieu im pH-Wert-Bereich von 3,8 bis 4,4. Zusätzlich produzieren sie Wasserstoffperoxid, das eine antibakterielle Wirkung hat. Wenn die Flora angeschlagen ist, können sich schädliche Keime wie Pilze oder Bakterien vermehrt bilden.

Welche Faktoren begünstigen eine Dysbiose?

Bei der Einnahme von Antibiotika wird die Vaginal- und Darmflora beschädigt, denn das Antibiotikum unterscheidet nicht zwischen guten und schlechten Bakterien. Zudem können hormonelle Veränderungen bei Frauen, die die Antibabypille einnehmen oder einen Verhütungsring nutzen, die schwanger werden oder sich in der Menopause befinden, eine Dysbiose fördern.

Frauen in den Wechseljahren leiden aufgrund des eintretenden Östrogenmangels häufig unter einer trockenen Scheide. Somit kann sie leichter durch Bakterien und Pilze befallen werden. Zusätzlicher Stress begünstigt die Entstehung – ebenso eine übertriebene Intimhygiene, zuckerreiche Ernährung oder falsche Kleidung (synthetische, nicht-atmungsaktive Stoffe). Etwa 75 Prozent aller Frauen leiden wenigstens einmal im Leben unter einem Scheidenpilz. Bakterielle Vaginosen treten insbesondere in der Schwangerschaft auf.

Beratung zur Dysbalance der Vaginalflora

In der Beratung hast du verschiedene Optionen: Verweise Frauen nach der Menopause an ihren Frauenarzt, falls sie häufiger unter einer Dysbiose der Vaginalschleimhaut leiden. Möglicherweise benötigen sie eine hormonelle Unterstützung mittels einer östrogenhaltigen Creme.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, bei einer trockenen Scheide auf die Befeuchtung zu achten. Mit Vagisan FeuchtCreme, Deumavan Schutzsalbe oder KadeFungin Befeuchtungsgel stehen deiner Kundin verschiedene Darreichungsformen zur Auswahl.

Eine bakterielle Vaginose äußert sich durch Juckreiz und einem dünnflüssigen weiß-gräulichen Ausfluss mit einem fischartigen Geruch. Ein Scheidenpilz wird in den meisten Fällen durch Candida albicans hervorgerufen. Er macht sich durch Juckreiz, einem brennenden Gefühl, erst dünnflüssigen, im Verlauf weißlich-gelblichen krümeligen Ausfluss und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr – in manchen Fällen auch beim Wasserlassen – bemerkbar. Frauen, die zum ersten Mal darunter leiden, schwanger oder unter 18 Jahre alt sind, solltest du direkt an eine gynäkologische Praxis verweisen.

Selbstmedikation – und wann der Arztbesuch doch ratsam ist

Clotrimazolhaltige Cremes oder Kombinationstherapeutika wie Canesten GYN oder KadeFungin beseitigen den Pilz, mit Multi-Gyn ActiGel oder Octenisept Vaginaltherapeutikum kann eine bakterielle Vaginose angegangen werden. Wichtig: Nach der Behandlung sollte die Wiederbesiedelung der aus der Balance geratenen Vaginalschleimhaut im Fokus stehen – am besten mit der passenden Intimpflege und der gleichzeitigen Substitution von natürlich vorkommenden Lactobazillen. Milchsäurehaltige Waschlotionen wie Lactacyd Intimwaschlotion oder Sagella Hydramed, Sagella ph 3,5 oder Sagella Sensitive helfen dabei, ein optimales Milieu für die Wiederansiedelung physiologischer Keime aufzubauen.

Hier helfen auch spezielle Gele und Milchsäurekuren wie Lactofem oder Vagisan Milchsäure Vaginalzäpfchen, Gynofit oder KadeFungin Vaginalgel. Wenn die Betroffenen noch die fehlenden Lactobazillen zuführen, ist die Dysbiose schnell überwunden. Präparate zur oralen Einnahme wie OmniBiotic Flora plus+ oder vaginale Darreichungsformen wie SymbioVag Vaginalzäpfchen, KadeFungin Floraprotect Vaginaltabletten oder Döderlein Vaginalkapseln sind empfehlenswerte Mittel.

Dank deiner Hilfe kann die Kundin unter den angebotenen Präparaten das passende auswählen. Sollte deine Beratung allerdings nach einer Woche keine Besserung zeigen, sollte die Kundin eine:n Gynäkolog:in zur Ursachenklärung aufsuchen.

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