Corona-Tests: PCR-, Antigen- und Antikörper-Test im Überblick

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Foto: iStock/dra_schwartz

Corona-Tests sind ein essenzieller Teil der Strategie zur Bekämpfung der Pandemie, doch sie sind unterschiedlich schnell und zuverlässig. Heute geben wir dir eine Übersicht, welcher Test was und wie schnell nachweisen kann.

Seit Beginn der Corona-Pandemie wurde und wird nicht nur nach wirksamen Medikamenten oder Impfstoffen geforscht, sondern auch nach einer Möglichkeit gesucht, das Virus zuverlässig und schnell nachzuweisen. Es stehen mittlerweile verschiedene Corona-Test-Verfahren zur Verfügung, die aber auch richtig eingesetzt und angewendet werden müssen, um den Befund zuverlässig anzugeben.

PCR-Test – fundiertes Ergebnis nach 24 Stunden

Der PCR-Test (Polymerase Chain Reaction) weist das Erbgut des Coronavirus durch Vervielfältigung mit einem speziellen Enzym nach. Der klassische PCR-Labortest gilt als die sicherste Variante zur Erkennung einer Erkrankung, aber auch als eine der langsamsten, da die Ergebnisse frühestens nach 24 Stunden vorliegen.

Dieser Corona-Test besteht aus einem verschlossenen Plastikröhrchen, an dessen Deckel sich ein langes Wattestäbchen befindet. Dieses Wattestäbchen muss zur Entnahme einer verlässlichen Probe den tiefen Rachen- und Nasenraum erreichen, um dort geeignetes Material für ein zuverlässiges Testergebnis zu entnehmen. Nach Entnahme durch qualifiziertes Personal wird das Test-Kit an ein entsprechendes Labor geschickt, in dem durch Vervielfältigung die Viruslast der Probe bestimmt oder ausgeschlossen werden kann. Dieses Ergebnis ist lediglich eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt des Tests. Er ist sinnvoll bei coronatypischen Symptomen, Kontaktpersonen der Kategorie 1 und um das Ausbruchsgeschehen genauer nachzuvollziehen.

PCR-Schnelltest: Rasches Resultat, aber ohne Laborauswertung

Die PCR-Schnelltests - auch Kartuschentests genannt – basieren auf der gleichen Untersuchungsgrundlage wie der klassische PCR-Test. Es entfallen jedoch einige Schritte, die die benötigte Zeit für ein Ergebnis deutlich verkürzen: Der markanteste ist das Übersenden zu einem Labor. Der PCR-Schnelltest kann innerhalb von zwei bis drei Stunden selbstständig eins von drei Ergebnissen aufweisen: positiv, negativ oder unklar.

Aus diesen Ergebnissen kann auf das weitere Verfahren geschlossen werden, die Test sind aber unzuverlässiger als die klassischen PCR-Tests. Durch ihre Schnelligkeit eigenen sie sich für Orte, bei denen eine zügige Ersteinschätzung vorliegen muss, um weitere Ansteckungen zu vermeiden – beispielsweise in einer Notaufnahme.

Einfach und schnell: Antigen-Test

Ein weiterer „Schnelltest“ ist der Antigen-Test, der Proteine aus der Virushülle nachweisen kann. Er ist relativ simpel gehalten: Die Probe wird aufgetragen und der Test zeigt innerhalb von ca. 15 bis 30 Minuten (je nach Fabrikat) das Resultat an. Ein weiterer Vorteil ist, dass er sich unkompliziert in relativ großer Stückzahl produzieren lässt.

Doch der Antigen-Test besitzt zwei Makel: Zum einen liegt seine Zuverlässigkeit – ähnlich wie beim PCR-Schnelltest – unter dem klassischen PCR-Test. Corona-Viren sind sich untereinander sehr ähnlich, deswegen kann der Antigen-Test ein positives Ergebnis anzeigen, obwohl eine harmlosere Infektion eines anderen Virus aus der Corona-Familie vorliegt. Zum anderen muss eine Probe – meist aus der Nasenhöhle – entnommen werden, die bei Laien die Fehleranfälligkeit erhöht.

Dieser Corona-Test bietet sich gut als Ergänzung für PCR-Schnelltests bei Institutionen an, die schnell auf Infektionen und Nicht-Infektionen sortiert werden müssen – zum Beispiel in Krankenhäusern. Wichtiger Hinweis: Vor allem in einem frühen Stadium einer Infektion kann ein falsch negatives Ergebnis vorliegen.

Zwei Varianten des Antikörper-Tests – die beste Alternative zum PCR-Test?

Antikörper-Tests erfassen nicht das Virus an sich, sondern die Reaktion unseres Immunsystem auf den Erreger. Sobald er in den Körper eindringt, beginnt das Immunsystem mit der Bildung von Antikörpern, die sich im Blut nachweisen lassen. Aufgrund dieser zeitlichen Verzögerung ist er zum Nachweis von akuten Infektionen eher ungeeignet und bietet bis jetzt keine gute Alternative zu PCR-Tests.

Antikörper-Test sind ebenfalls als Labor- sowie als Schnelltest verfügbar. Beide sind eher für Forschungszwecke geeignet, um zum Beispiel unbemerkte Corona-Infektionen später nachweisen zu können. Zusätzlich weist er keine dauerhafte Immunität nach. Durch einen positiven Antikörper-Test kann lediglich ausgesagt werden, dass wahrscheinlich ein Schutz vor einer neuen Infektion besteht. Auch hier sind falsch positive Ergebnisse möglich.

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