Beratungstipps: Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

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Foto: iStock/Mukhina1

Wenn ein Kind unter dem Herzen seiner Mutter heranwächst, verändert sich Vieles. Doch nicht immer zum Guten. So kann es vorkommen, dass sich manch werdende Mutter mit schmerzenden Hämorrhoiden auseinandersetzen muss. Erfahre hier mehr zum Thema.

Warum entstehen Hämorrhoiden in der Schwangerschaft?

Hämorrhoidalleiden treten in der Schwangerschaft, aber auch im Wochenbett häufig auf. Zu den Risikofaktoren gehören unter anderem das Alter und vorangegangene Schwangerschaften. Durch die hormonelle Umstellung wird das Bindegewebe besonders weich und elastisch. So soll bei der Geburt das Durchtreten des Kindes durch das mütterliche Becken erleichtert werden.

Auch die stetige Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen sowie häufige Darmträgheit begünstigen eine Vergrößerung der Hämorrhoiden und führen zu den typischen Beschwerden wie Juckreiz, Brennen, Entzündungen und Schmerzen im Analbereich. Durch das starke Pressen während der Geburt verstärken sich die Beschwerden häufig noch.

Hilfe aus der Selbstmedikation: Was kann man bei Hämorrhoiden in der Schwangerschaft tun?

Sitzbäder mit dem synthetischen Gerbstoff Phenol-Methanal-Harnstoff-Polykondensat-Natriumsalz wie beispielsweise Tannolact 40% Badezusatz oder Tannosynt flüssig (beides Galderma) können täglich für zehn bis 15 Minuten gemacht werden. Diese wirken heilungsfördernd und entzündungshemmend sowie adstringierend und blutstillend. Laut Gebrauchsinformation können beide Präparate in der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. Aufgrund fehlender Untersuchungen sind hingegen Präparate mit Kamillenextrakt für Schwangere nicht geeignet.

Bei den gängigen Hämorrhoidensalben ist ebenfalls Vorsicht geboten. So dürfen Salben mit dem Lokalanästhetikum Lidocain, zum Beispiel Posterisan akut (Dr. Kade) laut Embryotox nur nach strenger Indikationsstellung in Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden. Auch Präparate mit Hamamelisextrakt wie zum Beispiel Hametum Hämorrhoidensalbe (Dr. Willmar Schwabe) oder Faktu lind (Dr. Kade) dürfen nur in Rücksprache mit dem Arzt für maximal zwei Wochen angewendet werden, da es für Schwangerschaft und Stillzeit keine Anwendungserfahrungen gibt.

Die Posterisan protect (Dr. Kade) Salbe und die gleichnamigen Zäpfchen mit den Wirkstoffen Jojobaöl und Bienenwachs können in Schwangerschaft und Stillzeit unbedenklich angewendet werden. Die Einnahme wird sowohl vor als auch nach dem Stuhlgang empfohlen. Auch Salben mit dem Wirkstoff Zinkoxid dürfen problemlos angewendet werden. Zinksalben, die zusätzlich Lebertran enthalten, beispielsweise Zinksalbe-CT (Ratiopharm) oder Mirfulan Wund- und Heilsalbe (Recordati Pharma), sollten aufgrund des enthaltenen Vitamin A nur nach Rücksprache mit dem Arzt und nicht großflächig angewendet werden.

Nicht-medikamentöse Tipps

Ganz wichtig ist es, dass die werdende Mutter Darmträgheit und Verstopfung vermeidet. Daher ist es wichtig auf eine faser- und ballaststoffreiche Kost (Gemüse, Obst, Vollkorngetreide) und auf eine ausreichende Trinkmenge (ca. zwei Liter pro Tag) zu achten. Auch sollte die Schwangere so lange wie möglich in Bewegung bleiben, da ansonsten die Darmtätigkeit unterstützt und gefördert wird. Bei der Analhygiene sollte auf ein weiches Toilettenpapier, das frei von Duft- und Farbstoffen ist, geachtet werden. Idealerweise sollte der Analbereich mit lauwarmem Wasser gereinigt werden. Alternativ kann feuchtes Toilettenpapier ohne reizende Zusatzstoffe verwendet werden.

Wann ist ein Arztbesuch zu empfehlen?

Bei stark blutenden Hämorrhoiden sowie starken, plötzlich auftretenden Schmerzen muss zur Abklärung ein Arzt aufgesucht werden, um ernste Erkrankungen wie eine Analvenethrombose oder einen Analprolaps auszuschließen.

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