Apotheken-Aktionen am Welt-Diabetestag: Wie viel Zucker enthält ein Liter Cola?

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Foto: iStock/nevodka

Der anstehende Welt-Diabetestag ist ein willkommener Anlass, um die Kundschaft über Symptome und Folgen von Diabetes mellitus aufzuklären. Unterstützung können Apotheken über diverse Diabetiker-Vereine anfordern.

Diabetes mellitus ist eine sogenannte „Volkskrankheit“, unter der in Deutschland bereits über acht Millionen Menschen leiden. Jedes Jahr kommen etwa 600.000 Personen dazu, was etwa 1.600 Neuerkrankungen täglich entspricht. Dabei wissen viele Betroffene gar nicht, dass sie betroffen sind. Denn die ersten Symptome der im Volksmund besser als „Zuckerkrankheit“ bekannten Erkrankung sind recht unspezifisch. Es wird geschätzt, dass in Deutschland etwa zwei Millionen Menschen mit einer nicht-diagnostizierten bzw. unbewussten Diabetes mellitus leben. Da medizinisch nicht interveniert wird, können gefährliche Folgeerkrankungen auftreten.

Apotheken können Bevölkerung niedrigschwellig aufklären

Um so wichtiger ist es, dass beispielsweise in Apotheken darüber aufgeklärt wird, wie ein Diabetes-Typ-2 entstehen kann und wie die ersten Symptome davon aussehen. In der Apotheke kannst du die Kundschaft aufklären – beispielsweise mit einem Plakat. Ein beginnender Diabetes-Typ-2 kann folgende Beschwerden aufweisen:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Wunden heilen sehr langsam
  • Trockene und/oder juckende Haut
  • Vermehrtes Durstgefühl
  • Häufiges Wasserlassen
  • Häufige Erkältungen
  • Infektionen im Genitalbereich
  • Fuß- oder Scheidenpilz
  • Blasenentzündungen

Viele Menschen gehen aus Angst nicht zum Arzt bzw. zur Ärztin, weil sie fürchten, mit einer Insulintherapie beginnen zu müssen. Die Angst vor der Nadel hält sie von dem wichtigen Arztbesuch ab. Was viele Betroffene nicht wissen: Etwa die Hälfte aller Menschen mit Diabetes-Typ-2 können auch ohne Medikamente gut behandelt werden und das Fortschreiten der Erkrankung nach hinten verschieben. Die Voraussetzung ist, dass ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen, ihr Körpergewicht verringern und mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen. Viele Krankenkassen stellen kostenlos spezielle Schulungen oder auch Kochkurse für Diabetiker:innen zur Verfügung.

Doch auch wenn wirklich medikamentös eingegriffen werden muss, heißt das nicht, dass sofort Insulin gespritzt wird. Über 40 Prozent der Menschen mit Diabetes-Typ-2 erhalten blutzuckersenkende Tabletten, mit denen sie gut durch den Alltag kommen. Weitere wissenswerte Infos zu oralen Antidiabetika findest du hier.

Welche Aktionen können Apotheken vorbereiten?

Manche Apotheken lassen sich kreative Kampagnen einfallen – beispielsweise einen Tisch auf dem Nahrungsmittel stehen, die wir im Alltag vielleicht allzu häufig sorglos essen oder trinken, ohne an den „versteckten Zucker“ zu denken. Diesen könnte man sichtbar machen, indem man vor einer Flasche Ketchup 24 Zuckerwürfel oder vor einer Flasche Cola 35 Zuckerwürfel auftürmt.

Andere haben vielleicht selbst nicht so viele Ideen und lassen sich lieber inspirieren. Der Selbsthilfeverein Diabetiker Baden-Württemberg (DBW) plant beispielsweise gemeinsam mit dem Landesapothekerverband Baden-Württemberg vom 8. bis zum 14. November Aktionswochen rund um den Welt-Diabetestag am 14. November 2021. Weiterhin kann der Kundschaft ein digitaler Gesundheitscheck angeboten werden. Dieser Risikotest bestimmt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, in den nächsten zehn Jahren an Diabetes zu erkranken. Wer im Wirkungskreis des DBW weitere Aktionen in der Apotheke plant und dazu personelle Unterstützung des Vereines anfordern möchte, kann sich telefonisch oder per E-Mail an die Geschäftsstelle werden.

Wer nicht in Baden-Württemberg arbeitet, kann sicherlich bei anderen Diabetiker-Vereinen in seiner Umgebung Unterstützung anfragen und um Informationen oder Plakaten zum Thema Früherkennung und Prävention bitten. Auch eine Blutzucker-Messaktion würde in diesem Zusammenhang einen Sinn ergeben.

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