Akupunktur – heilende Stiche mit Tiefenwirkung

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Foto: iStock/LukaTDB

Die aus der traditionellen chinesischen Medizin stammende Behandlungsmethode gerät als alternative Therapiemethode immer weiter in den Fokus. Doch was passiert dabei genau? Wir haben einen kleinen Überblick für dich.

Geschichte der Akupunktur

Bereits zwei Jahrhunderte vor Christus gibt es Aufzeichnungen zur Akupunktur und deren heilsamen sowie therapeutischen Wirkung. Das erste datierbare vollständige Werk zur Technik stammt aus dem dritten Jahrhundert nach Christus („Der Systematische Kanon des Stechens und Brennens“). Darin werden 349 Akupunkturpunkte und deren Wirkung systematisch beschrieben. Im 17. und 18. Jahrhundert kam die Akupunktur über die Niederlande, England, Frankreich und die USA zu uns in die westliche Welt.

Wie funktioniert Akupunktur?

Akupunktur gehört nach heutiger Auffassung zu einer Umsteuerungs- und Regulationstherapie. Sie soll die „Lebensenergie des Körpers“ – das sogenannte Qi – auf ihren definierten Laufbahnen (Meridianen) von Störungen befreien.

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) ist der Annahme, dass Erkrankungen durch Blockaden im Energiefluss entstehen. Durch feine und gezielte Stiche der individuellen Akupunkturpunkte sollen sie beseitigt werden. Zur Vereinfachung der 349-Punkte-Anwendung wurde das moderne und aktuelle Modell von zwölf Hauptmeridianen, acht Extrameridianen und ein paar Extrapunkten eingeführt.

Eine Sitzung dauert im Schnitt circa 20 bis 30 Minuten, in der die Patient:innen typischerweise liegend oder sitzend gelagert werden. Vor dem Einstechen werden die unmittelbare Umgebung und die betroffene Stelle selbst leicht massiert. In der Regel werden nicht mehr als 16 Punkte gesetzt – in Einzelfällen kommt es zu einer erhöhten Anzahl. Die Nadeln reizen die Nervenbahnen und lösen biochemische Prozesse aus.

Placeboeffekt oder Wundermedizin – was passiert im Körper?

Was genau im Körper bei einer Akupunktur passiert, ist noch nicht aufgeklärt und es herrscht kein wissenschaftlicher Konsens. In klinischen Studien konnten jedoch positive Resultate nachgewiesen werden. Vor allem bei Stress oder chronischen Schmerzen wie Migräne oder Rückenschmerzen. Auch Übelkeit, die durch eine Chemotherapie ausgelöst wird, konnte mithilfe der Akupunktur erfolgreich gelindert werden.

Naturwissenschaftler:innen kritisieren die Akupunktur aufgrund des Wirkungsprinzips, das auf Reizung bestimmter Körperpunkte beruht und möglicherweise nur auf die Regulationsprozesse im Körper Einfluss nimmt. Eine Studie zeigt, dass die Stimulation verschiedener Akupunkturpunkte vermehrt Endorphine freisetzt und das Molekül Adenosin für die Wirkung verantwortlich ist. Andere Versuche von sogenannter „Scheinakupunktur“ belegen, dass das Ergebnis der Behandlung nicht von den Einstichen oder der Verortung der Nadeln abhängt. Somit wird sie als Placebo gewertet.

Laut weiteren Analysen lindert die Akupunktur bei gewissen Krankheiten lediglich die Symptome, heilt jedoch nicht die Krankheit – beispielsweise Krebs oder Drogensucht.

Akupunktur – übernimmt die Krankenkasse die Leistung?

Für die gesetzlichen Krankenkassen ist Akupunktur nicht immer eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Seit 2007 übernehmen sie unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten. Etwa bei chronischen Rückenschmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei einer Kniearthrose, die bereits länger als sechs Monate anhalten.

Als Patient:in hast du bei solchen Krankheitsfällen Anspruch auf bis zu zehn Sitzungen (innerhalb von sechs Wochen). Krankenzusatzversicherungen beinhalten ebenfalls eine Kostenübernahme. Grundsätzlich gilt aber bei einer IGeL-Leistung, dass die Betroffenen vor Behandlungsbeginn klären sollten, ob ihre Krankenkasse die Kosten anteilig oder sogar ganz erstattet. Wichtig: Gehe immer zu gut ausgebildeten und erfahrenen Ärzt:innen oder Heilpraktiker:innen – eine einheitliche Ausbildung zur Akupunktur gibt es jedoch nicht.

Was hältst du von dieser Behandlungsmethode? Hast du sie schon einmal in Anspruch genommen und falls ja, wie waren deine Erfahrungen? Antworte gerne im Kommentrafeld.

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