7 pflanzliche Helfer bei einer Erkältung

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Foto: iStock/ rudchenko

Schnupfen, Husten, Heiserkeit – jetzt im Winter leiden viele Menschen unter typischen Symptomen einer Erkältung. Beliebt sind zur Linderung der Beschwerden wirksame Arzneipflanzen. Hier kommen unsere Top 7.

Eine Erkältung ist eine virale Erkrankung, bei der Antibiotika nicht weiterhelfen können. Wie gut Betroffene damit zurechtkommen und wie schnell die Erkältung vorübergeht, hängt in erster Linie von der Immunabwehr ab. Viele Pflanzen haben Inhaltsstoffe, die gerade bei einer Erkältung eingesetzt werden können. Sie helfen, die Viren in Schach zu halten und den Körper bei der Regeneration zu helfen. Das Gute daran ist, dass diese Wirkstoffe nicht nur die Symptome unterdrücken, sondern häufig auch die Erreger an der Wurzel packen oder den Körper auf eine Weise unterstützen, dass die Symptome abklingen und die Infektion schneller ausheilen kann.

Top 1: Die Kapland-Pelargonie (Pelargonium sidoides)

Gerade dann, wenn die Erkältung mit einem Husten einhergeht, kommt man an der Kapland-Pelargonie, die in Südafrika beheimatet ist, kaum vorbei. Ihre Wurzeln enthalten unter anderem Cumarine, Umckalin, ein ätherisches Öl, verschiedene phenolische Verbindungen und Proanthocyanidine. Der aus den Wurzeln gewonnene Extrakt hat eine antibakterielle und antivirale Wirkung. Der Extrakt stimuliert die körpereigene Abwehr, regt die Bewegung der Zilien an und befördert damit festsitzenden Schleim von den Bronchien herunter. Er wirkt immunmodulierend und zellschützend. Außerdem ist er dazu in der Lage, die Erreger von Atemwegsinfekten zu dezimieren, so dass der Körper besser dagegen angehen kann. Zudem zeigen Studien, dass Infektionserreger es schwerer haben, sich an den Schleimhautzellen anzuhaften und in sie einzudringen. Damit wird auch die Krankheitsdauer verkürzt. Die Kapland-Pelargonie findest du in Fertigarzneimitteln wie Umckaloabo der Firma Dr. Schwabe, in den Pelargonium-ratiopharm Bronchialtropfen oder Pelasya von Hexal.

Top 2: Der Gewöhnliche Andorn (Marrubium vulgare)

Schon Paracelsus und Hildegard von Bingen haben den Andorn als „Arzt der Lunge“ bezeichnet. Ihre Wirksamkeit ist bei trockenem Husten, Infekten der oberen Atemwege sowie allen weiteren Symptomen der chronischen Bronchitis belegt. Hauptinhaltsstoffe sind Bitter- und Gerbstoffe, Flavonoide, stickstoffhaltige Verbindungen und ätherische Öle. Die Heilwirkung wird dabei hauptsächlich dem Bitterstoff Marrubiin zugeschrieben. Die Arzneipflanzen-Monografie attestiert dem weißen Andorn unter anderem spasmolytische und schmerzreduzierende Eigenschaften sowie antimikrobielle, antientzündliche und antiinfektive Wirkungen. Extrakte aus dem Andornkraut sind beispielsweise in den Marrubin Tropfen von Repha und im Andornkraut-Press-Saft Schoenenberger Andorn von Salus Pharma zu finden.

Top 3: Die Zistrose (Cistus incanus)

Das Zistrosengewächs Cistus incanus, die aus dem Mittelmeerraum stammt, hat eine positive Wirkung auf viral bedingte Erkrankungen und wird bereits seit der Antike gegen Atemwegserkrankungen genutzt. Die Pflanze ist besonders reich an Polyphenolen, die zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen. Diese wirken antioxidativ und beeinflussen das Immunsystem dadurch positiv. In verschiedenen Laborversuchen konnte festgestellt werden, dass ein Zistrosen-Extrakt die Verbreitung von Grippe-Viren sogar stoppen kann. Vermutet wird, dass dafür spezielle Flavonoide der Zistrose verantwortlich sind, die verhindern, dass die pathogenen Viren an körpereigene Zellen andocken können. Die Firma Dr. Pandalis stellt Lutschpastillen aus der Zistrose her. Hierbei handelt es sich um ein traditionelles Arzneimittel mit einem genau definierten Trockenextrakt aus Zistrosenkraut (4-9:1, Auszugsmittel: Wasser). Weiterhin bietet der Hersteller auch Nahrungsergänzungsmittel, Lebensmittel und Kosmetika an. Des Weiteren gibt es die Alpenkraft Cistus-Tropfen von Salus.

Top 4: Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra)

Der Holunder hat sowohl mit seinen Blüten als auch mit seinen Früchten einiges zu bieten. Der einheimische Strauch wird hierzulande bereits seit hunderten von Jahren gegen Erkältungskrankheiten eingesetzt. Seine Früchte enthalten in geringen Mengen B-Vitamine, viel Vitamin C, außerdem ätherische Öle und das für die zelluläre und der humorale Infektabwehr wichtige Spurenelement Zink. Es hilft dabei Abwehrzellen in ausreichender Zahl zu bilden und zu aktivieren. Außerdem kann es Rhinoviren vom ICAM-Rezeptor verdrängen und ihre Vermehrung hemmen. Holunder wirkt als Tee sowohl schweißtreibend als auch auswurffördernd. Der Saft aus den Beeren kann auch warm getrunken werden. Holunderblütentee ist von Sidroga und von H&S zu beziehen, den Saft von Rabenhorst oder Vitagarten.

Top 5: Der Thymian (Thymus vulgaris)

Egal, welchen Erkältungsanzeichen man zu Leibe rücken möchte, am Thymian kommt man definitiv nicht vorbei. Sein ätherisches Öl wirkt schleimlösend, entzündungshemmend und krampflösend. Er enthält zudem Carvacrol. Dieses Terpen wirkt entzündungshemmend, indem es die Bildung des Enzyms Cycloxygenase-2 inhibiert. Dieses spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Entzündungen. Thymian hat zudem antibakterielle und antivirale Eigenschaften. Selbst die „Kommission E“ (eine selbstständige, wissenschaftliche Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel) erkannte den medizinischen Einsatz von ätherischem Thymianöl bei Erkältungskrankheiten offiziell an. Medikamente die Thymianextrakte enthalten gehören zur Leitlinienempfehlung sowohl bei verschleimtem, als auch bei trockenem Husten. Sie sind beispielsweise in den Tropfen, Pastillen, Tabletten und im Elixier von Bronchicum (Klosterfrau) enthalten. Außerdem die Arzneipflanze zu finden in Aspecton (Hermes Arzneimittel) sowie Bronchipret (Bionorica).

Top 6: Der Purpursonnenhut (Echinacea purpurea)

Das aus Nordamerika stammende Purpursonnenhutkraut ist nach wie vor einer der bekanntesten pflanzlichen Helfer für das Immunsystem. Bereits die amerikanischen Ureinwohner wussten ihn bei Erkältungskrankheiten zu nutzen. Der molekulare Wirkmechanismus ist bisher noch nicht bis ins Detail entschlüsselt. Es gilt aber als gesichert, dass die Pflanze die Aktivität von Makrophagen (Abwehrzellen, die Erreger beseitigen) anheben können. Scheinbar profitieren besonders die Personen von den immunmodulierenden Eigenschaften der Pflanze, die bereits Anzeichen eines geschwächten Immunsystems aufweisen. Der Purpursonnenhut enthält zahlreiche Substanzen, die das Immunsystem bei der Bekämpfung von Erkältungen unterstützen können. An Wirkstoffen finden sich vor allem Polysaccharide, Kaffeesäuren (Cichoriensäure), Alkamide, ätherische Öle und Glykoproteine im Kraut und in der Wurzel. Arzneimittel, die ihn als Wirkstoff beinhalten, sind beispielsweise Echinacin Liquidum Madaus der Meda Pharma, die Esberitox compact Tabletten von Schaper & Brümmer oder Echinaceae-ratiopharm Liquid von Ratiopharm.

Top 7: Der Meerrettich (Armoratia rusticana)

Die Liste wäre nicht komplett ohne die Arzneipflanze des Jahres 2021. Der krautige Kreuzblütler enthält die Vitamine C, B1, B2 und B6, die Mineralstoffe und Spurenelemente Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium und Phosphor sowie die Senfölglykoside Sinigrin und Gluconasturtiin, Allicin, Flavone und ätherische Öle. Der scharfe Geschmack des Meerrettichs liegt am Senföl, das freigesetzt wird, sobald seine Zellen verletzt werden. Meerrettich hat als Heilpflanze ein besonders großes Potenzial. Wissenschaftliche Studien beweisen für die im Meerrettich enthaltenen Inhaltsstoffe entzündungshemmende Eigenschaften, beachtliche antivirale Effekte und starke antibakterielle Wirkungen. Besonders in Kombination mit der Kapuzinerkresse sollen sich die synergistischen Effekte erst komplett entfalten. Man findet diese Kombination in den Angocin Filmtabletten der Firma Repha.

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